Federica Gärtner

Federica Gärtner · Rhetorik der Erinnerung, I, 2016, Farbstift auf Papier

Federica Gärtner · Rhetorik der Erinnerung, I, 2016, Farbstift auf Papier

Federica Gärtner · Rhetorik der Erinnerung, I, 2016, Farbstift auf Papier

Federica Gärtner · Rhetorik der Erinnerung, I, 2016, Farbstift auf Papier

Hinweis

Federica Gärtner

Baar — Das Unheimliche speist sich immer aus einem Geheimnis. So auch in den vier zeichnerischen und den vier fotografischen Werkgruppen von Federica Gärtner, entstanden von 2016 bis 2018. Nun sind diese im Zuger Kantonsspital in Baar erstmals zu sehen. Naturalismus, Realismus, Abstraktion – durch diese offensichtlich gewollte Unschärfe in Bezug auf den wahrscheinlichen Sachverhalt wird die Betrachtung wesentlich geprägt. Dieses Potenzial in Gärtners Arbeit besteht im Spiegelspiel mit einem ‹Areal›, einer ‹Station› oder einer ‹Rhetorik der Erinnerung›, so die Titel von Werkgruppen, die sie gegen unsere Wahrnehmung von Gegenständen hält. Nicht unbekannt kommen sie uns vor, aber wir vermögen nicht zu sagen, wo diese Orte oder wie die Erinnerungen geartet sind. Bei ‹Areal›, einer Serie von Pigmentdrucken etwa, ist nicht klar, ob es Kinderspiele sind, bei denen wir mit jedem Hüpfer in ein anderes Feld geraten, ob weitläufige technische Anlagen aus der Vogelperspektive bzw. nächtliche Aufnahmen einer Drohne wiedergegeben werden oder ob uns eine dystopische Prophezeiung, eine weltfeindliche Phantasie bedroht. Oder handelt es sich um mathematische Modelle oder um Pläne für Sportanlagen? Die grossformatigen Serien ‹Rhetorik der Erinnerung I-III›, akribisch genau wie Naturstudien, sind mit blauem oder schwarzem Farbstift gezeichnet. Lebten wir im Mittelalter, wir würden die Naturerscheinungen als Symbole theologischer Welterkenntnis verstehen. Heute sehen wir sie als kritischen Spiegel menschlichen Handelns. Das Vergangene bleibt solange, wie es erinnert wird, und ist es vergessen, so wirkt es weiter im Unbewussten, wird eben surreal.
Die Arbeiten beziehen ihre Fragilität nicht allein durch die künstlerischen Mittel, wie die lichtempfindliche Fotografie, das Zeichnen auf Papier, auch die Motive scheinen labil, zudem von ungewisser Dimensionalität, arrangiert oder gar gebaut, um nach der Bildgebung wieder zu verschwinden. Wie fein und mit welcher Könnerschaft hier gearbeitet wird, ohne je ins Virtuose abzugleiten, das zeigt sich an der kraftvollen Präsenz der Blätter an diesem nicht gerade harmlosen Ort. ‹Was war ist› bildet den Auftakt einer von Susann Wintsch kuratierten Ausstellungsreihe mit Zentralschweizer Kunstschaffenden, die im frei zugänglichen ersten Obergeschoss des Zuger Kantonsspitals jeweils neue Werke in grossräumigen Präsentationen zeigen. 

Bis 
29.09.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Federica Gärtner 28.06.201929.09.2019 Ausstellung Baar
Schweiz
CH
Autor/innen
Chris Bünter
Künstler/innen
Federica Gärtner

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