Helmut Federle — Transatlantic

Helmut Federle · Untitled (No Bild), 1986 (l.) und ­Untitled, 1980, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Basel © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

Helmut Federle · Untitled (No Bild), 1986 (l.) und ­Untitled, 1980, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Basel © ProLitteris. Foto: Julian Salinas

19 E. 21st St., New York, Atelier Helmut Federle, 1980 © ProLitteris. Foto: ­Hans-Peter Vögtlin

19 E. 21st St., New York, Atelier Helmut Federle, 1980 © ProLitteris. Foto: ­Hans-Peter Vögtlin

Besprechung

Malerei auf Leinwand ist im Schaffen des Künstlers Helmut ­Federle seit den Sechzigerjahren ein Thema. Damals studierte er in Basel und setzte sich mit den grossformatigen Werken amerikanischer Künstler im Kunstmuseum auseinander. Anfang der Siebzigerjahre bezog er dann selbst ein Atelier in Manhattan.

Helmut Federle — Transatlantic

Basel — 19 East 21st Street. Die New Yorker Adresse ist Titel der Werkschau, die von Josef Helfenstein und Maja Wismer kuratiert wurde. Sie lädt dazu ein, Federles Schaffen anhand von ‹Six Large Paintings› kennenzulernen, so wie es sich über Jahrzehnte auf Reisen nach Japan, Indien, Südamerika und über Sammeltätigkeit sowie Kooperationen mit Diener & Diener Architekten zu einer eigenständigen Position entwickelt hatte. Maximal zwei der von Federle mit Pinsel und verschiedenen Rollern geschaffenen Gemälde auf ungrundierter Leinwand sind auf einer der vier weissen Wände im Erdgeschossraum des Neubaus platziert. Bearbeitungsspuren, mehrdimensionale Farbvaleurs, der Duktus von Tuschzeichnungen und Pinselgeflechte, bei denen die Trocknungsspuren von Acrylfarbe mitsprechen, werden erst auf den zweiten Blick sichtbar. Zwei schlichte Sitzbänke ergänzen eine Komposition aus Vitrinen in der Raummitte, in denen eine Auswahl der in New York entstandenen Zeichnungen aus dem eigenen Bestand und zwei Keramiken aus Federles exquisiter persönlicher Sammlung aussereuropäischer Tonarbeiten, Teppiche und Textilien ausgelegt ist. Die ‹Six Large Paintings› sind Leihgaben, mit Ausnahme von ‹Asian Sign›. Dieses wurde durch Christian Geelhaar 1983 angekauft, war Teil der ersten grossen Federle-Schau im Gegenwart 1985 und lange Bestandteil der Sammlungshängung. Die kontroverse Rezeptionsgeschichte, die sich am Motiv der Swastika entzündete, wird im Katalog mit dem zeitlichen Abstand einer Generation thematisiert und in einen grös­seren Kontext im transatlantischen Kulturschaffen gestellt. Ausstellung und Publikation eröffnen Zugänge zu Federles Werk der letzten 25 Jahre, seinem Verständnis von Malerei als «vegetativer Intelligenz» und seiner Haltung zu Artefakten in verschiedenen Kulturen, zu Zeichen und dem «Spirituellen». Darin liegt die Hauptqualität dessen, wie hier ein Werk aus den hauseigenen Beständen zur Wiedervorlage gebracht wird. Den Fragen, wie sich Federle im globalen Kunstschaffen nach 1960 positionieren lässt, können wir in der Sammlung im ersten Obergeschoss nachgehen. Hier sind die heroischen Werke von Barnett Newman, die Federle geprägt haben, ebenso zu sehen wie die jüngsten Neuzugänge an Werken von Lynda Benglis und Sam Gilliam, mit denen der Kanon erweitert und revidiert wird. 

Bis 
15.09.2019

→ ‹Helmut Federle – 19 E. 21st ST., Six Large Paintings›, Kunstmuseum Basel Neubau, bis 15.9.; Screening Filmauswahl von Helmut Federle, Stadtkino Basel, 10.9., 19 Uhr ↗ www.kunstmuseumbasel.ch

Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Helmut Federle 25.05.201915.09.2019 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Künstler/innen
Helmut Federle
Autor/innen
Stephanie Manthey

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