Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli · ­Riddley – How does one make fire again?, 2020, Videostill

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli · ­Riddley – How does one make fire again?, 2020, Videostill

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli · ­Riddley – How does one make fire again?, 2020, Videostill

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli · ­Riddley – How does one make fire again?, 2020, Videostill

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli · ­Riddley – How does one make fire again?, 2020, Videostill

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Hinweis

Amélie Bodenmann & Olivia Abächerli

Meggen — Amélie Bodenmann (*1991 Basel) und Olivia Abächerli (*1992 Obwalden) verstehen ihre künstlerische Zusammenarbeit als ein ‹Duell›. Sie duellieren sich im Spiel zwischen «Materie» und «Konzept» um eine gemeinsame archaische Landschaft der Zukunft: nachdigital und mit Fossilien des fossilen Zeitalters.
Die labyrinthischen Erzählungen von Amélie Bodenmann und Olivia Abächerli spinnen sich über die drei Etagen des Benzeholz. Dabei werden Mikromodelle immenser Landschaften aus Aquarien, Vivarien und Terrarien durchquert. In Grossprojektion tritt Riddley auf, eine der rätselhaften Figuren, die sich aus den Trümmern einer Apokalypse wieder Werkzeuge bauen möchte, während menschenähnliche Wesen, wie kultisch maskiert, die frühen Aufzeichnungen der Anthropologen oder Botschaften aus Science und Fiction wachrufen. «Wie kann es sein, dass in einer hochtechnisierten Welt Menschen sich nicht mehr daran erinnern, wie Feuer gemacht wird?» Die zwei zeitreisenden Künstlerinnen durchkreuzen alle erdenklichen Raster der effizienten Datenverarbeitung in scheinbar geordneten Wissenswelten. Dabei machen sie uns zu Mithelfenden, die den Wüstensand aus der archäologisch freigelegten Landschaft der dritten Etage an den ­Schuhen in die unteren Räume tragen und sie mit fremden Partikeln durchsetzen und infiltrieren. Die Einheit von Zeit und Ort, die bei einem Ausstellungsbesuch zunächst gegeben ist, erfährt ständige Brechungen in der gleichzeitigen Wahrnehmung mehrerer verfremdeter Realitäten. Jeder Versuch, anderes und anders zu verstehen, beginnt mit Verwunderung über Vertrautes. Im Benzeholz finden sich Fetische, die Hightech und Erdpigmente kurzschliessen.
Schon Chérif und Silvie Defraoui haben ihre gemeinsame Arbeit «Archives du futur» genannt, um auf die Ambivalenz einer linearen Chronologie hinzuweisen und um die Fortdauer archaischer Bilder bei der Entwicklung künftiger Lebensformen zu bezeichnen. Im ‹Duell› führen uns die Künstlerinnen den steten Prozess vor Augen, wie wir organisch Gewachsenes und Hochtechnologisches, Mythos und Aufklärung unterscheiden. Hat uns Prometheus das Feuer gebracht? Wissen wir, wie die Wald- und Buschbrände gelegt wurden, die wir nun löschen müssen? Raumgreifend, Räume und Zeiten überschreitend forschen Olivia Abächerli und Amélie Bodenmann in der archaischen Praxis der Kunst nach dem hybriden Jetzt. 

Bis 
20.09.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Riddley 22.08.202020.09.2020 Ausstellung Meggen
Schweiz
CH

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