Das Archiv unserer Utopien

Laetitia Salamin · Manuel d’économie politique, -U-T-O-P-I-E-, 2022. Foto: Florence Zufferey

Laetitia Salamin · Manuel d’économie politique, -U-T-O-P-I-E-, 2022. Foto: Florence Zufferey

MarieMo · L’utopie m’angoisse, 2022 © ProLitteris. Foto: Florence Zufferey

MarieMo · L’utopie m’angoisse, 2022 © ProLitteris. Foto: Florence Zufferey

Valentin Merle · 41 cercles (solidago), 2022. Foto: Florence Zufferey

Valentin Merle · 41 cercles (solidago), 2022. Foto: Florence Zufferey

Hinweis

Das Archiv unserer Utopien

Martigny — ‹Das Archiv unserer Utopien› zeigt 152 Arbeiten von Kunstschaffenden aus der Westschweiz, aber auch von Interessierten aus der Zivilbevölkerung. Einzige Bedingung war, dass die Ideen in einer Archivschachtel Platz haben mussten. Der von der Kuratorin des Hauses, Julia Taramarcaz, ausgerichtete Wettbewerb bewegte denn auch ein Drittel ­Laien, teilzunehmen – darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche.
Angesichts der sozialen Erschütterung und Kriege, der gesundheitlichen und klimatischen Umwälzungen präsentiert sich die Schau als ein Katalog von Wünschen und Wegen für eine Transformation: Vorschläge, auf die man eingehen, die man hinterfragen und aufwerten kann. Durch die Zusammenstellung dieser Projekte öffnet das Manoir einen Raum für Reflexion und gibt der Kunst den Weg frei als Zeichen des individuellen Ausdrucks und der gesellschaftlichen Forderung. Fünf Gewinnerprojekte – von MarieMo, Emmanuelle Klaefiger, Valentin Merle, Laetitia Salamin und Romain Roduit – wurden nominiert und sind in der Ausstellung mit einem schwarzen Stern markiert.
Laetitia Salamins (*1986) Arbeit zum Beispiel ist ein von ihr Seite um Seite bearbeitetes Buch über ökonomische Theorien von 1958, die von ihr so geschwärzt wurden, dass nur Wörter sichtbar blieben, die der Künstlerin gefallen. Zudem enthält das Buch kommentierende Zeichnungen und Collagen.
Die Ausstellung markiert auch eine Zeitenwende im Manoir. Nach über 15 Jahren Leitung durch Mads Olesen, der das Gesicht der Institution unter den Prämissen von offenen Zugängen zur Kultur geprägt hat, führt eine junge Generation unter der Leitung von Mat­thieu Bessero-Belti das Haus weiter. Das alle Ausstellungsräume bespielende Projekt setzt ein Zeichen dafür, dass der Moment gekommen sei, zuzuhören, sich über die eigenen Bereiche hinaus zu artikulieren, Räume neu zu definieren, die Ideen anderer wahrzunehmen und – an morgen zu glauben. 

Bis 
25.09.2022

→ Martigny – Le Manoir, bis 25.9.; ­Ganioz ­Project Space (GPS); ‹Après-Hier›, mit ­Studierenden der EDHEA Siders, bis 28.8. ↗ www.manoir-martigny.ch

Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Les archives de nos utopies 10.06.202225.09.2022 Ausstellung Martigny
Schweiz
CH
Künstler/innen
Valentin Merle
Autor/innen
Sibylle Omlin

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