Denn wenn Chloe Olivia mag

Komitee der SAFFA 1928, © Schweizerisches Sozialarchiv. Foto: Fotostudio Carl Jost

Komitee der SAFFA 1928, © Schweizerisches Sozialarchiv. Foto: Fotostudio Carl Jost

Persil-Pavillon in der Abteilung Industrie © Gosteli-Stiftung, AGoF Fotosammlung A/55

Persil-Pavillon in der Abteilung Industrie © Gosteli-Stiftung, AGoF Fotosammlung A/55

Hinweis

Denn wenn Chloe Olivia mag

Zürich — Vor fast einhundert Jahren, 1928, fand in Bern die erste Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit, kurz SAFFA, statt. Sie steht für ein Grossprojekt, bei dem Frauen im Kollektiv gearbeitet haben und öffentlich in Erscheinung getreten sind. Die aktuelle Ausstellung im Museum Strauhof wirft nun exemplarisch Fragen danach auf, wie viel an historischem Material an verschiedenen Orten erhalten wurde, erschlossen und zugänglich ist: vor allem aber, was eine zeitgemässe Wiedervorlage unter Nutzung des grossen Spektrum an Tools sein kann, die zur Verfügung stehen, um Inhalte aufzubereiten und zu zeigen, wie Frauen Räume und Farben gestaltet haben.
Diese Fragen haben Mara Züst und Marilin Brun ins Zentrum ihrer umfassenden künstlerischen Recherche gestellt, die jetzt als ebenso handliches wie gehaltvolles Künstlerbuch, als Website und als Ausstellung präsentiert wird – in Form eines Korridors mit Tisch und Gästebuch, auf dessen Wände die Namen aller bekannten Teilnehmer:innen tapeziert sind. Dazu kommen drei angrenzende Zimmer, die in den Proportionen erahnen lassen, wie gross der Raum gewesen sein könnte, in dem Virginia Woolf ihren 1929 erstmals veröffentlichten Essay ‹A Room of One’s Own› schrieb. Züst und Brun haben sich die Schriftstellerin Woolf zur Patin und Komplizin gemacht und stellen nun in einer Projektion und einem Hörstück die Frage ins Zentrum, was es heisst, als bildende Künstlerin gestern, heute und in die Zukunft zu wirken.
Die SAFFA war thematisch in die Bereiche Landwirtschaft, Industrie, Hausarbeit, Bildung, Erwerbsarbeit, Wissenschaft, Literatur, Musik, Kunst und Kunstgewerbe gegliedert. Die Verantwortung für die einheitliche Gestaltung und Präsentation lag bei der Architektin Luise Lux Guyer (1894–1955).
Aufgrund des originalen Plans mit dem Farbkonzept von Lux Guyer und Bertha Tappolet im gta Archiv haben Züst und Brun zusammen mit Marcella Wenger-Di Gabriele vom Haus der Farbe fünf Farbtöne ausgewählt, die das ursprüngliche Konzept ins Heute übertragen. Diese sind für die Farbgebung der Ausstellung und der Publikation bestimmend.
Der gedeckte Mauve-Ton ist identisch mit dem Papierton der A3-formatigen Poster mit allen Quellenangaben, die zum Mitnehmen bereitliegen. Mögen sie zirkulieren und sichtbar werden lassen, wie viele Beteiligte in anderen Sammlungspräsentationen zu sehen sind – oder auch nicht.

Bis 
04.09.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Denn wenn Chloe Olivia mag … 10.06.202204.09.2022 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Stefanie Manthey

Werbung