Michael Günzburger & Kilian Rüthemann

Michael Günzburger · Ausstellungsansicht ­Gluri Suter Huus, 2022. Foto: Esther Nora Mathis

Michael Günzburger · Ausstellungsansicht ­Gluri Suter Huus, 2022. Foto: Esther Nora Mathis

Kilian Rüthemann · Ausstellungsansicht Gluri Suter Huus, 2022. Foto: Esther Nora Mathis

Kilian Rüthemann · Ausstellungsansicht Gluri Suter Huus, 2022. Foto: Esther Nora Mathis

Hinweis

Michael Günzburger & Kilian Rüthemann

Wettingen — Zum 50-Jahre-Jubiläum lädt das Gluri Suter Huus mit Kilian Rüthemann und Michael Günzburger zwei Künstler ein, deren Arbeiten um die räumlichen Voraussetzungen sowie die Geschichten rund um den Namensgeber kreisen.
Äusserlich prägen eine schmucke, rote Fachwerkkonstruktion sowie ein mächtiges Holztor das stattliche Gluri Suter Huus, im Inneren dominieren funktionale Einbauten und eine Raumstruktur aus dem Jahr 1972. Seit damals dient das Haus im Ortskern unter anderem als Galerie der Gemeinde. Ein Gegenüber von Geschichte(n) und Bausubstanz, auf das die Eingeladenen, Kilian Rüthemann (*1979) und Michael Günzburger (*1974), einzeln und im Dialog reagieren.
Günzburger transformiert das im Innern nicht mehr sichtbare Scheunentor in eine Boden­arbeit. Das Vier-Meter-Tor mit markanter, gerasterter x-Struktur tritt als Negativ liegend in gebrannten Ton-Platten mit Kratzspuren auf. Diese Formen verbinden sich mit den Strukturen auf den zwei Meter grossen Drucken an der Wand. In Zusammenarbeit mit dem Drucker Thomi Wolfensberger hat der Künstler Einzelabzüge von einer doppelt eingefärbten Holzplatte gefertigt, auf denen er Kirschen und Schnaps in Pergamin-Papier eingeschlagen hatte. Das Ergebnis sind Blätter, in denen sich die «geometrischen Umrisse» des Papiers sowie Überreste der Früchte abzeichnen: eine Reverenz an den reichen Bauern Gluri Suter. Um ihn kursieren Gerüchte, er soll gar dunkle Künste betrieben haben, sicher war er Schwarzbrenner, und diesen Geist beschwört Günzburger.
Handfest wirkt Rüthemann auf die Ausstellungsarchitektur ein oder stattet diese mit seinen rohen Betonmöbeln aus. Einen niederen, kellerartigen Raum versieht er mit einer blauen Decke aus Brandschutzputz, die ebenso an einen Himmel wie eine Grotte erinnert. Im Dachgeschoss reagiert er auf Einbauten und Überreste des Ausstellungsbetriebs: Er entfernt um die eingezogenen Ausstellungswände wenige Zentimeter und stellt sie so frei. Eingefärbt werden sie Teil einer Rauminstallation. Zudem «restauriert» Rüthemann ein altes Beleuchtungssystem, dessen Haken noch im Gebälk vorhanden sind. Anstelle der Stromschienen hängen Lampen mit sichtbaren Kabeln und beleuchten seine zur Rauminstallation aufgestapelten Hocker. Einzelne Blätter mit geometrischen Formen von Günzburger schaffen den gegenseitigen Bezug und verweisen auf die Strukturen der Fassade.
Insgesamt eine Kombination von zwei Positionen, die in der räumlichen Auseinandersetzung selbstbewusst und gekonnt auf das eigenwillige Haus reagieren und damit interagieren.

Bis 
25.09.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Michael Günzburger, Kilian Rüthemann 14.08.202225.09.2022 Ausstellung Wettingen
Schweiz
CH

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