Werner Bommer

Werner Bommer · Bau, 2022, Acryl auf Leinwand, 50 x 40 cm, Courtesy Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg

Werner Bommer · Bau, 2022, Acryl auf Leinwand, 50 x 40 cm, Courtesy Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg

Hinweis

Werner Bommer

Zürich — «Im Unscheinbaren» findet Werner Bommer (*1948, Rickenbach) «die grössten Sensationen.» So, wenn ein in flirrendes Licht getauchter Baumast den ganzen Bildraum einnimmt, andernorts sich Äste eines auf einem Sandstrand wachsenden Gebüschs über ein tiefblaues Meer biegen, dessen Rauschen man zu hören vermeint. Immer wieder verdichten sich verzweigende Äste zu Netzwerken, wuchern zu All-overs. Entweder sind sie als luftig-heitere Linien- und Farbgefüge komponiert, oder sie versinken in einem bald verschatteten, bald farblich dicht bearbeiteten Bildgrund. Sie nehmen Formverläufe auf, reissen dabei Figurationen als Strandgut mit sich und gebärden sich als abstrahierte, vielfach atmosphärisch aufgeladene Kompositionen. Architektonische Gebilde und Strukturen inspirieren den Künstler zu radikaleren Abstraktionsprozessen. Etwa, wenn ein weisses, transparent wirkendes Wohnhaus sich geisterhaft von der schwarzen Nacht abhebt und Werner Bommer einen Vorwand liefert, geometrische, meist farbige Flächen neben- und übereinander zu gliedern und Räumlichkeit zu erzeugen.
Malerische Komponenten entfalten da und dort eine Eigendynamik, besonders wenn der Maler fotografische Motive wie Luftbilder, Wasser, Spiegelungen, Schatten, Bäume, Stadtpläne und Gitterstrukturen als Bildgestaltungselemente verwendet. Teilweise koloriert und übermalt er die Fotografien, reizt ihr Potenzial und ihr Spannungsverhältnis zur Malerei aus und transformiert sie selbst in Malerei.
Das Vorgefundene, Erinnerte, Zitierte und Unscheinbare inspirieren ihn immer wieder neu. Dazu gesellen sich seine Lust am Umgang mit dem Material und den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Die Malerei erkundet Werner Bommer mit ihren ureigensten Gesetzen: dem Ausloten von Räumlichkeit im zweidimensionalen Bild mit Farbe und Form, mit flächigen und pastosen Bereichen, den Lichtphänomenen von Hell bis Dunkel, der Beziehung zwischen Figur und Grund sowie dem Spiel mit unterschiedlichen Bildebenen. Im Grunde fragt der Künstler nach der Essenz eines Bildes respektive der Quintessenz einer Bildidee und «ab welchem Zeitpunkt es funktioniert» und er das Werk als Entität sich selbst überlassen kann. 

Bis 
12.11.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Werner Bommer 02.09.202212.11.2022 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Künstler/innen
Werner Bommer
Autor/innen
Dominique von Burg

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