18 Schreibwerkstatt— Raus aus der Bubble!

‹ROUND TABLE UNITED›, Theater Neumarkt, Kunst: Szene Zürich 2018.​ Foto: Dominik Zietlow

‹ROUND TABLE UNITED›, Theater Neumarkt, Kunst: Szene Zürich 2018.​ Foto: Dominik Zietlow

18 Schreibwerkstatt— Raus aus der Bubble!

Und schon ist es wieder soweit: Die Kunst: Szene Zürich 2018 ist zu Ende. Die Diskussionsrunde ‹ROUND TABLE UNITED› im Theater Neumarkt liess Gastorte, Kunstschaffende und auch die Organisatorinnen und Organisatoren nochmals zu Wort zu kommen und die letzten Tage Revue passieren.

Theater Neumarkt — Dort, wo normalerweise Theaterstücke aufgeführt werden, drehte sich am vergangenen Sonntag alles um die Kunst: Szene Zürich 2018. Und das im wortwörtlichen Sinne: Auf einer sich drehenden Bühne moderierten Benjamin Mathis und Benedikt Wyss durch den Abend und luden die Anwesenden ein, am runden Tisch neben ihnen Platz zu nehmen.

Besprochen wurden spontane Aussagen aus dem Publikum und auch Rückmeldungen, die während des vorgängigen Apéros auf ein Stück Karton geschrieben und anschliessend im Saal aufgehängt wurden.

So heterogen sich die Kunst: Szene Zürich 2018 präsentierte, so verschieden waren auch die Rückmeldung der Beteiligten. Allein unter den Gastorten waren die unterschiedlichsten Räume und Quartiere vertreten: vom Gemeinschaftszentrum bis zum Yoga-Studio, von Offspaces bis zu etablierten Galerien, verstreut in Zürich von Altstetten bis nach Wollishofen, 

Die heterogene Auswahl lässt bereits erahnen, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der involvierten Parteien waren – nicht nur hinsichtlich der Interessen der Gastorte, sondern auch der Künstlerinnen und Künstler: Schliesslich mussten sich diese auf die teilweise ungewohnten Licht- und Raumverhältnisse der jeweiligen Orte einstellen, oder sich auf neue Formate einlassen, wie beispielsweise auf das des ‹Portfolioviewing›, das am ersten Wochenende in der Shedhalle stattfand. Und je nach Schaffen mochte sich dies leichter oder eben schwieriger gestalten.

So schien es organisatorisch beinah ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, allen Interessen der 28 Gastorten und der 250 Künstlerinnen und Künstler gerecht zu werden; und gleichzeitig die zehntägige Veranstaltung für ein breites Publikum erlebbar zu machen.

Doch vielleicht war dies auch nicht das Ziel der Veranstaltung. Vielleicht waren Meinungsverschiedenheiten beabsichtigt, um die Vielfalt an Interessen als auch an Akteurinnen und Akteuren kennenzulernen, welche die «Kunstszene» Zürich letztlich ausmachen. Eben nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen, eben nicht nur mit Gleichgesinnten sprechen und eben nicht immer die bereits vertrauten Orte aufsuchen. In diesem Sinne: Raus aus der Bubble!

Giulia Bernardi, freie Autorin, giulia.bernardi@outlook.com

Werbung