Fondation Beyeler — Animal Crossing: New Horizons

Animal Crossing X Fondation Beyeler, Screenshot

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Fondation Beyeler — Animal Crossing: New Horizons

Basel/Riehen — Neue Ideen gehen aus Formaten hervor, die offen sind für Experimentelles: So hat eine Gruppe von 16- bis 25-Jährigen am Art Lab der Fondation Beyeler, begleitet vom Kunstvermittlungsteam und mit Unterstützung durch die Game-Expertin Tonja van Rooij, kurzerhand das Ausstellungshaus ins Nintendo Switch-Spiel ‹Animal Crossing: New Horizons› transferiert. In der Welt des Spiels, in dem Spielende ihre eigene Insel gestalten können, ist es nun möglich, zur «Insel» der Fondation Beyeler zu reisen. Dort kann virtuell durch die Parkanlage geschlendert werden und in den Ausstellungsräumen gibt es Kunstwerke zu entdecken – etwa von Claude Monet oder Kasimir Malewitsch.

Neben der Fondation Beyeler sind bereits andere Kunstmuseen mit Aktivitäten rund um ‹Animal Crossing› aufgefallen, wenn auch mit einer etwas anderen Ausrichtung. Kurz nach dem Erscheinen des Spiels im März 2020 hatte das Getty Museum mit dem ‹Animal Crossing Art Generator› ein Tool vorgestellt, um Kunstwerke aus der digitalen Sammlung des Museums ins Spiel zu übertragen und sie dort als «Schmuck» verwenden zu können (wir haben darauf bereits im Notebook über IIIF hingewiesen). Wenig später folgte das Metropolitan Museum of Art und fügte seiner digitalen Sammlung ein Share Tool in Form eines Blatt-Symbols hinzu, über das ebenfalls Werke ins Spiel überführt werden können. Der Programmiercode des dafür eingesetzten ACNLPatternTools ist open source und könnte so von jedem Museum in seiner digitalen Sammlung implementiert werden. Letztlich muss zur Verwendung eines Werks ein QR-Code generiert werden, was auch das Nasjonalmuseet in Oslo in seiner digitalen Sammlung mit dem Animal Crossing QR code anbietet.

Ob sich die Museen in Games hineinbegeben sollen, darüber kann man streiten. Doch ist es ein Weg, wie Kunstmuseen beginnen können, sich über ihre eigene Präsenz im Digitalen Gedanken zu machen. Neues zu wagen und die gewohnten Pfade eines analogen Ausstellungs- und Kunstvermittlungsverständnisses zu verlassen, ist dafür unabdingbar. Der Experimentierwille der Museen zur Repräsentation der Sammlung oder der eigenen Institution im Digitalen ist gefragt und neuartige Vermittlungsangebote sind begrüssenswert. In einem beliebten Game anzutreffen zu sein, ermöglicht es, auch Personen jenseits des angestammten Museumspublikums anzusprechen und niederschwellig an Kunst heranzuführen. Wenn solche Initiativen aufseiten der Museen auf lange Sicht zu einem unverkrampften Umgang mit digitaler Technologie führt, indem Erfahrung, interne Verantwortlichkeiten und digitale Kompetenzen aufgebaut werden, ist damit viel gewonnen.

 

weitere digitale Angebote der Fondation Beyeler:

Autor/innen
Sonja Gasser

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