Haptics — Haptisches Sehen

Installationsaufnahme HAPTICS, von links nach rechts: Artur Lescher, Tato, 2017; Svenja Deininger, Untitled, 2016; Artur Lescher, Untitled #10, 2010, Courtesy Fabian Lang and the artists

Installationsaufnahme HAPTICS, von links nach rechts: Artur Lescher, Tato, 2017; Svenja Deininger, Untitled, 2016; Artur Lescher, Untitled #10, 2010, Courtesy Fabian Lang and the artists

Installationsaufnahme HAPTICS, Elena Alonso, Untitled (Facade-Fronton 5), 2019; Elena Alonso, Untitled (Facade-Fronton 6), 2019, Courtesy Fabian Lang and the artists

Installationsaufnahme HAPTICS, Elena Alonso, Untitled (Facade-Fronton 5), 2019; Elena Alonso, Untitled (Facade-Fronton 6), 2019, Courtesy Fabian Lang and the artists

Installationsaufnahme HAPTICS, von links nach rechts: Artur Lescher, Untitled #01, 2013; Elena Alonso, Mock-Up, 2019; Svenja Deininger, Untitled, 2018, Courtesy Fabian Lang and the artists

Installationsaufnahme HAPTICS, von links nach rechts: Artur Lescher, Untitled #01, 2013; Elena Alonso, Mock-Up, 2019; Svenja Deininger, Untitled, 2018, Courtesy Fabian Lang and the artists

Haptics — Haptisches Sehen

Zürich — Der Zürcher Galerist Fabian Lang bringt in seiner aktuellen Ausstellung ‹Haptics› drei zeitgenössische Kunstschaffende zusammen, die sich mit unserem Urbedürfnis auseinandersetzen; die Umgebung tastend, über die haptische Wahrnehmung zu erkunden.

Bei der in der Galerie zu erfahrenden Haptik geht es jedoch nicht darum Werke anzufassen, sondern um die sogenannte «haptische Wirkung» von Kunst, nach der Lehre des Kunsthistorikers Alois Riegl. Diese bezeichnet das Wecken der Erinnerungen an die Erfahrungen des Tastsinns, beim Betrachten eines Körpers oder Objekts.

Während der Begegnung mit den Werken soll es zu einer Berührung des Betrachters oder der Betrachterin auf emotionaler Ebene kommen; wie das Spüren einer Atmosphäre, der Plastizität der Materie. Wie dies geschehen kann, thematisieren Elena Alonsos, Svenja Deininger und Artur Lescher in ihrem künstlerischen Schaffen. Sie erforschen die Beschaffenheit und Formen der Dinge und überlegen, wie ihre Werke in Beziehung zum Raum stehen. 

Der Künstlerin Svenja Deininger dienen als Anregung verschiedenste Bauwerke, wie das Wiener Secessionsgebäude. Hier fasziniert sie das Spannungsverhältnis zwischen der mit floralen Ornamenten gestalteten Kuppel und den klaren Linien und kubischen Formen des Hauses. In ihren Bildern treffen gerade Linien auf Wellenlinien und formen zusammen objekthafte Gebilde, die sie in kontrastreichen Farben mit Öl auf der Leinwand collagiert.

Auch in den Bildern von Elena Alonsos treffen organische Formen auf klare Linien, doch ihre Motive wirken vergleichsweise filigran, wie mit einer Pinzette nebeneinandergelegt. Die Künstlerin richtet einen besonderen Fokus auf die materielle Anmutung ihrer gemalten Formen. Im Allgemeinen ahmt sie in ihrer Malerei und ihren skulpturalen Arbeiten mit verschiedenen Techniken Oberflächen wie Marmor oder Holz nach.

Neben den Werken der beiden Künstlerinnen sind Werke von Artur Lescher zu sehen. Er produziert manipulierbare Objekte aus Holz und Metall, spielt mit Balance und Bewegung, Spannung und Stille. Seine Objekte suggerieren einen Zweck, der jedoch nicht gegeben ist. 

Gemeinsam bespielen die beiden Künstlerinnen und der Künstler den Raum mit Farbflächen, Formen und Materialien, die sich vor unseren Augen zu bewegen beginnen, unsere Seele berühren und dadurch greifbar werden.

Noemi Hermann, MA Kulturpublizistik, ZHdK, 2019. noemi.hermann@zhdk.ch

Institutionen Land Ort
Fabian Lang Schweiz Zürich
Ausstellungen/Newsticker Datumabsteigend sortieren Typ Ort Land
HAPTICS 28.09.201915.11.2019 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Künstler/innen
Elena Alonso
Svenja Deininger
Autor/innen
Noemi Hermann

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