La métamorphose de l’art imprimé

Luciana Gagliardi, Pique-nique Sauvage, 2019, Inkjet auf Karton, mit Nagellack. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

Luciana Gagliardi, Pique-nique Sauvage, 2019, Inkjet auf Karton, mit Nagellack. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

Oliver Mosset, Untitled (Grid), 2019. Siebdruck. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

Oliver Mosset, Untitled (Grid), 2019. Siebdruck. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

Denis Savary, Figueras, 2019, Linolschnitt. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

Denis Savary, Figueras, 2019, Linolschnitt. Foto: Bernhard Strauss/Edition VFO

La métamorphose de l’art imprimé

Zürich — Die Druckgrafik hat in der Westschweiz einen grossen Stellenwert in Editionen und Werkstätten, die das Medium mit den Kunstschaffenden ausloten und erneuern. So ist auch die Ausstellung ‹La métamorphose de l’art imprimé› der Edition VFO zur neuen Druckgrafik aus der Westschweiz ein schön angelegter Parcours durch Techniken, die wie der Siebdruck eine lange Tradition haben oder wie das Cibachrome schon beinahe wieder am Verschwinden sind. Zu entdecken sind Werke von altbekannten Namen, etwa ein ‹Grid› von Oliver Mosset (*1944) oder Sylvie Fleurys (*1961) verschiedenfarbige Siebdrucke auf Banner zur Installation ‹She-Devils on Wheels› von 1997. Von Carmen Perrin (*1953) gibt es die Aquatinta Radierung ‹Acides›: Der kursiv gesetzte Schriftzug taucht von links aus dem fast Unsichtbaren auf und macht die auflösende Eigenschaft von Säuren zum Thema. Die in Berlin lebende Malerin Valérie Favre (*1959) komponiert auf Buchseiten und Karton eine Frauenfigur, die den Bildraum mit Tanzbewegungen auslotet. 

Die jüngere Generation der in der Ausstellung vertretenen Positionen spielt frech mit dem Thema des Dazwischen: Ist die Druckgrafik ein Multiple oder hat sie auch Originalcharakter? Louisa Gagliardi (*1989), die in ihrer Malerei immer wieder Körper und Körperteile thematisiert, setzt eine orange Lachstranche in drei Variationen auf einen Chromolux-Karton und überarbeitet sie mit Nagellack. Denis Savary (*1981) macht mit seinen langgezogenen ‹Figueras› eine Hommage an Salvador Dalí: In sieben Linolschnitt-Unikaten verschmelzen ein ein venezianisches Kostüm und ein Chupa-Chup-Lutschstengel, beides Objekte, von denen sich Verbindungslinien zu Dalí zeichnen lassen, mit einem zusammengeklappten Sonnenschirm. 

Philippe Decrauzat (*1974) verfremdet mittels passpartout-haften Ausschnitten in 22 Inkjet-Drucken Szenen aus seinem 16mm-Film zu Mies van der Rohes Barelona-Pavillon von 1929, vor allem zu dessen mächtiger Marmorwand. Sogar die zugehörige Filmdose hat als Grafik ihren Auftritt. Schliesslich hält auch eine Herrenkrawatte aus Filz Einzug in den Reigen der druckgrafischen Metamorphosen: Alfredo Aceto (*1981) spielt mit dem Variablen des Accessoires und entlockt dem Publikum ein leises Augenzwinkern angesichts der Reihe von seriellen Unikaten, die sich in kleinen Details unterscheiden.

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