Werkschau Kanton Zürich 2022 — Mickry3

Mickry3, 2022

Mickry3, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Mickry3, Atelieraufnahme, 2022

Werkschau Kanton Zürich 2022 — Mickry3

Ohne telefonische Beihilfe würde man das Atelier von Mickry 3 nicht auf Anhieb finden. Zu weitläufig ist das industrielle Gaswerkareal in Schlieren. Dort befinden sich die Räume des Vereins Arbeitsgemeinschaft Zürcher Bildhauer (AZB), bei dem Mickry 3 seit über 16 Jahren dabei sind. Hat man ihren Arbeitsort gefunden, tritt man gleich in eine andere Welt ein – so in etwa stellt man sich ein typisches Künstleratelier vor, vielleicht noch ein wenig chaotischer und weniger aufgeräumt, scheint hier doch alles an seinem zweckmässigen Platz zu sein. Das Atelier ist zweistöckig, besteht aus mehreren Räumen und einem gedeckten Aussenplatz. Farbkleckse und zerschnittene Späne von pinken Styrofoamplatten zeugen von der Arbeit des Trios. Der Raum wirkt luftig und einladend. Gerne würde man gleich selbst anfangen, kreativ zu werden. Überall findet man Referenzen zu ihrem breiten Schaffen, welches von Malerei über Bildhauerei bis hin zu skulpturaler Installation reicht. Ihre Vorgehensweise ist bei allen Projekten dieselbe: Sie setzen sich zusammen, machen sich Gedanken und Notizen. Danach werden Skizzen und kleinere Modelle erstellt. Wird das Vorhaben von allen dreien gutgeheissen, geht es los mit der Produktion. In diesem Prozess kann sich die ursprüngliche Idee noch wandeln, immer aber arbeiten Mickry 3 in koordinierter und abgesprochener Weise. Anders ginge es nicht in einem Trio. 

Ihr Name bezieht sich auf die mickrig kleinen Cartoons, die sie in ihren Anfangszeiten kreierten. So humoristisch wie ihr Name ist, könnte man auch ihr künstlerisches Schaffen auffassen: heiter und mit einem Augenzwinkern. Damit alleine wird man ihnen aber nicht gerecht. Denn bei genauerem Hinschauen kann man ihre subtil gehaltenen, gesellschaftskritischen Kommentare aus ihrem Werk herauslesen. 

Ebenso bei ihrem Beitrag zur Werkschau. Dabei geht es um Geld – das Thema, das jede und jeden ständig beschäftigt, besonders auch die Kunstschaffenden. So war es immer schon, nicht nur in der aktuellen Zeit der Postpandemie, der Krise und der drohenden Inflation. Kunstschaffende stehen immer unter Druck, etwas Neues zu produzieren, auszustellen und zu verkaufen. Mickry 3 hinterfragen nun diesen Mechanismus, indem sie gleich ihr eigenes Geld herstellen – und verbauen. Wie immer geschieht dies auf eine kritische und fragende Weise, ohne mahnenden Fingerzeig. «Keep it simple» ist nicht nur das Motto bei diesem Projekt, sondern in ihrem ganzen Schaffen. Mickry 3 wollen ihre Kunst für alle nahbar und zugänglich machen. Die Besucher:innen sind dazu eingeladen, ihren Werkbeitrag mit dem Arbeitstitel Couch Konstruktiv [LD1] Probe zu sitzen und sollen so mit ihren Interaktionen und Emotionen Teil der Arbeit werden. Welche konstruktiven Ideen mögen wohl dabei entstehen, wenn man gut gepolstert auf einem riesigen Haufen Geld sitzt? 

Vivianne Tat ist freischaffende Künstlerin und Kulturproduzentin. Sie studiert derzeit Curatorial Studies (Master Art Education) an der ZHdK.

Künstler/innen
Mickry3
Autor/innen
Vivianne Tat

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