Werkschau Kanton Zürich 2022 — Taiyo Onorato & Nico Krebs

Taiyo Onorato und Nico Krebs, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Taiyo Onorato und Nico Krebs, Atelieraufnahme, 2022

Werkschau Kanton Zürich 2022 — Taiyo Onorato & Nico Krebs

Taiyo Onorato und Nico Krebs arbeiten seit beinahe 20 Jahren als Duo. Nach mehreren Jahren in Berlin sind sie nun in einem Atelier in einem Hinterhofgebäude im Zürcher Alt-Wiedikon tätig. Aktuell teilen sie sich die Räume mit weiteren Kunstschaffenden, bis das Haus in naher Zukunft renoviert und damit wohl auch anderweitig genutzt werden soll. In diesem einstöckigen Haus wurde früher – als noch ein Restaurant im Erdgeschoss und ein Club im Keller lokalisiert waren – gespiesen und getanzt. Heute sind Fotogramme auf Tischplatten ausgelegt und im Keller ist eine Dunkelkammer und ein Lager für Prints, Papier und weiteres Arbeitsmaterial eingerichtet. 

Taiyo Onorato & Nico Krebs arbeiten mit Fotografie, Film und Installationen, wobei die Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie im Zentrum steht. Die Fotografie impliziert, ein Abbild der Realität zu sein. Onorato und Krebs nutzen das Medium, um mit dieser Erwartung zu brechen und die Frage aufzuwerfen, was zu sehen ist: Inwiefern bildet eine Fotografie unsere Wahrnehmung ab? Und inwieweit ist sie eine rein technologische Konstruktion? Auf Reisen und bei umfangreichen Recherchen sammeln sie mit der analogen Foto- und Filmkamera Material. Ihr Interesse gilt dem Prozess und einer Offenheit hinsichtlich des Resultats. Das zeigt sich auch in der Verwendung der Materialien. Im Atelier liegt auf dem Tisch eine Fotocollage, die mittels gelasertem Holzdruck auf Papier gedruckt wurde. In einem Nebenraum bewegen sich auf einem Bildschirm Tiefseekorallen in rotem Licht. 

Als Artists-in-Lab verbrachten Taiyo Onorato & Nico Krebs drei Monate am KAUST Red Sea Research Center in Saudi-Arabien. Während dieser Residenz verschaffte sich das Duo Einblick in wissenschaftliche Praxen, Technologien und Forschungslabore im Bereich der Meeresbiologie. Um sich unmittelbar mit der Wahrnehmung unter Wasser auseinanderzusetzen und eigenes Bildmaterial zu erstellen, lernten sie tauchen und entdeckten dabei das verborgene Leben der Korallen. Abseits der ertauchbaren Riffs, leben Tiefseekorallen natürlicherweise als transparente einzelne Polypen in Kolonien, rund 800 Meter unter der Meeresoberfläche. Natürlicherweise leben die transparenten einzelnen Polypen in Kolonien, rund 800 Meter unter der Meeresoberfläche.Je tiefer das Meer, je mehr Licht wird absorbiert. Weil rotes Licht einige Meter unterhalb der Oberfläche unsichtbar ist, ist dieses den Korallen unbekannt. In der Forschung wird es verwendet, um die in Aquarien lebenden, lichtempfindlichen Wesen zu beleuchten, ohne sie zu irritieren. Darin gleichen die meisten Tiefseewesen dem Fotopapier, auch dieses reagiert nicht auf die Wellenlänge von rotem Licht. Taiyo Onorato & Nico Krebs porträtieren Korallen an einem Ort, der ihrem natürlichen Habitat nachgebaut ist. Sind dokumentarische Aufnahmen von Laborsituationen Realität oder Fiktion? Die notwendigen Eingriffe – das Leben im Labor, das künstlich erzeugte Licht, die Glasscheibe zwischen den Künstlern und der Koralle – zeigen, wie fragil Realitäten sind, wenn imaginäre Orte wie die Unterwasserwelt festgehalten werden. 

Das Duo erweitert seine Perspektiven stetig, so sind für eine Videoarbeit weitere Kunstschaffende unter anderem für den Sound und den Schnitt involviert. 

Laura Breitschmid studiert Kulturpublizistik (MA Art Education) an der Zürcher Hochschule der Künste und arbeitet als Kuratorin. 

Autor/innen
Laura Breitschmid
Künstler/innen
Taiyo Onorato

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