David Shrigley — The Door

David Shrigley — The Door

Animationsfilm – Shrigley muss den Leser/innen des Kunstbulletins nicht vorgestellt werden. Der britische Künstler (*1968) nutzt stets jene Techniken, die seinem trockenen Humor und seinen satirischen Alltagsschilderungen entgegen kommen. Kein Wunder, dass er nicht selten auch auf Animation zurückgreift. Sie erlaubt die Reduktion aufs Wesentliche, mit ihr lassen sich Aussagen zuspitzen. Bilder können mit ambivalenten Worten kombiniert werden, woraus sich wiederum Bildwitz ergeben kann, der eine weitere Bedeutungsebene erschliesst. Ein kleiner Junge mit Segelohren und kieksiger Stimme will von seinen Vater wissen, wo er denn hergekommen sei. Die Erklärungen des Vaters führen zu neuen Fragen und steigern die Neugier. Mit einer cartoonhaften Umrisszeichnung genügt es etwa, den Fuss des Vaters unter dem Schreibtisch wippen zu lassen um dessen Nervosität sichtbar zu machen. Mit der bruchstückhaften, aber bildhaften Information geht der Junge zu Bett und vervollständigt im Traum seinen Wunsch, dorthin zurückzukehren, wo er herkam. Die quintessentielle Menschheitsfrage verbindet sich hier mit allzu menschlicher Unbeholfenheit, und aus einem peinlichen Moment wird aus der richtigen Perspektive Komik.

Regie: David Shrigley, Animation: Jimi Newport, Stimmen: Gavin Mitchell, Musik: 'Magic in the Air' composed by Vince Gabriel, Sound: M.P. Lancaster, Produktion: Maria Manton, A Slinky Pictures Production, Land: UK, Produktionsjahr: 2007, Laufzeit: 2 Minuten 57 Sekunden, Sprache: Englisch, Altersfreigabe:16+

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