You never know the whole story

Anne Katrine Dolven · Portrait with Cigarette, 2000, DVD (PAL) , Farbe, mit Ton, für Flachbildschirm, 6’18’’, Kunstmuseum Bern, Stiftung Kunsthalle Bern

Anne Katrine Dolven · Portrait with Cigarette, 2000, DVD (PAL) , Farbe, mit Ton, für Flachbildschirm, 6’18’’, Kunstmuseum Bern, Stiftung Kunsthalle Bern

Ute Friederike Jürss · You Never Know the Whole Story, 2000, Drei-Kanal-Videoinstallation, s/w, ohne Ton, auf 3 DVDs (PAL), Projektionsgrösse variabel (min 300 x 400 cm /max. 450 x 600 cm), Kunstmuseum Bern, Postproduktion: Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe

Ute Friederike Jürss · You Never Know the Whole Story, 2000, Drei-Kanal-Videoinstallation, s/w, ohne Ton, auf 3 DVDs (PAL), Projektionsgrösse variabel (min 300 x 400 cm /max. 450 x 600 cm), Kunstmuseum Bern, Postproduktion: Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe

Hinweis

You never know the whole story

Bern — Mit ‹You Never Know the Whole Story. Video und Medienkunst aus der Sammlung› bietet das Kunstmuseum Bern einen wichtigen Einblick in die Ankaufstätigkeit der letzten dreissig Jahre im Bereich Gegenwartskunst. Gezeigt werden Arbeiten aus dem Fundus der Stiftung GegenwART, der Stiftung Kunsthalle Bern, der Bernischen Stiftung für Foto, Film und Video sowie der Sammlung Kunst Heute. Die ausgewählten Werke ermöglichen nicht nur einen Einblick in die Ankäufe im Bereich Fotografie und Malerei, sondern auch in die Entwicklung des Mediums Video seit den Siebzigerjahren. Beim Rundgang durch die Ausstellung ergeben sich interessante zeitübergreifende Dialoge. Die Frühzeit der Videokunst in der Schweiz ist mit Arbeiten von Anna Winteler, Gérald Minkof, Muriel Oleson und René Pulfer vertreten, die allesamt mit ihrer Kamera nah und in langdauernden Einstellungen an die Porträtierten, ihre Gesichter und ihre Körper heranrückten. Daneben können wir von Markus Raetz die überraschende filmische Animation ‹Eden›, 1971, auf U-matic entdecken: 1525 Zeichnungen fügen sich zu einem ebenso surrealen wie humorvollen Bilderstrom. Leise Ironie spricht aus dem Film ‹Il Contrabbandiere›, 1996, von Christoph Rütimann. Das Kamerateam von Peter Koehl folgt dem Künstler bei seiner grenzüberschreitenden Wanderung auf einem Schmugglerpfad von Tirano nach Poschiavo. Dabei gibt er sich mit erhobener und entsprechend beschrifteter Fahne als ‹Il Contrabbandiere›, als Schmuggler zu erkennen. Die Schau verdankt ihren Titel der monumentalen dreiteiligen Videoinstallation von Ute Friederike Jürss ‹You Never Know the Whole Story›, 2000. Die deutsche Künstlerin inszeniert sich darin als zentrale Figur zwischen drei Pressefotografien aus der New York Times und lässt so die Verschränkung unterschiedlicher Zeiten und medialer Räume deutlich werden. Dieser Verknüpfung von Raum und Zeit spüren auch andere Kunstschaffende nach, so Anne Katrine Dolven mit ‹Portrait with Cigarette›, 2000. Wenn wir vor der gefilmten Frau stehen, die uns mit einem Bedienungsgerät in der Hand direkt in die Augen schaut und dann plötzlich den Ton zum Film ausschaltet, zaubert uns dies unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen.

Until 
31.03.2019

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