Parastou Forouhar

Parastou Forouhar · Augen, aus der Reihe  ‹Black Is My Name, White Is My Name›, 2020, digitale Zeichnung, 75 x 75 cm © ProLitteris

Parastou Forouhar · Augen, aus der Reihe  ‹Black Is My Name, White Is My Name›, 2020, digitale Zeichnung, 75 x 75 cm © ProLitteris

Hinweis

Parastou Forouhar

Schaffhausen — Ausstellungen im Freien haben es gerade gut: Sie lassen Kunstbetrachtung beim Spazierengehen zu. Besonders spannend wird es, wenn sie sogar Einblicke in das Gesamtwerk einer international bekannten Künstlerin bieten. Dies ist derzeit in Schaffhausen möglich. Die gebürtige Iranerin Parastou Forouhar (*1962), seit langem in Deutschland wohnhaft, zeigt in sechs Vitrinen ausgewählte Arbeiten aus ihrer langjährigen künstlerischen Praxis. So wird man, von der Schiffanlegestelle kommend, von der Auseinandersetzung der Künstlerin mit den politischen Morden im Iran 1998 empfangen, deren Opfer auch die eigenen Eltern, Parwaneh und Dariush Forouhar, waren. Die Vitrine führt uns eine auf den ersten Blick unauffällige Fotografie vor, die das Regime Jahre später selbst (!) publizierte. Zu sehen sind eine Handvoll Personen im elterlichen Garten, deren schleierhaftes Tun uns die Künstlerin in einem kurzen Text erklärt. Wer beim Bahnhof startet, entdeckt zuerst die Vitrine mit einer digitalen Zeichnung voller Augen, die uns beobachten. Auf dem Papier verstecken sich auch dicht aneinandergedrängte Körper, aus denen aber die Hände und nackten Füsse ungeschützt hervorlugen. Am Rheinufer erwartet uns eine andere politische Affäre: Bilder einer Touristin im schwarzen Ganzkörperschleier, die auf einem weissen Schwan-Tretboot sitzt und sich über die Schönheit des Augenblicks freut. 

Until 
06.03.2021
Exhibitions/Newsticker Date Type City Country
Parastou Forouhar 13.12.2020 to 06.03.2021 Exhibition Schaffhausen
Schweiz
CH

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