Picasso, Chagall, Jawlensky

Pablo Picasso · Arlequin assis, 1923, Kunstmuseum Basel, Copyright Succession Picasso © ProLitteris

Pablo Picasso · Arlequin assis, 1923, Kunstmuseum Basel, Copyright Succession Picasso © ProLitteris

Marc Chagall · Der Jude in Schwarz-Weiss, 2014, Kunstmuseum Basel, Copyright ­Succession Picasso © ProLitteris

Marc Chagall · Der Jude in Schwarz-Weiss, 2014, Kunstmuseum Basel, Copyright ­Succession Picasso © ProLitteris

Hinweis

Picasso, Chagall, Jawlensky

Basel — Im Salon hingen Gemälde von Picasso und Chagall, dicht an dicht mit Werken von Nolde, Utrillo und Soutine, im Esszimmer leuchteten Bilder von Alexeij Jawlensky. Selbst Freunde, die im Hause Im Obersteg übernachteten, mussten nicht darben: Gemälde von ­Hodler und Cuno Amiet bereicherten das Gästezimmer. Für Karl Im Obersteg (1883–1969) und seine Frau Marianne Im Obersteg-Buess war Kunst mitten im Leben verankert. Die heute 260 Gemälde, Grafiken und Skulpturen umfassende Sammlung Im Obersteg befindet sich seit 2004 als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Basel. In der Ausstellung ‹Picasso, Chagall, Jawlensky› bietet das Museum eine Auswahl. Dass die rund 100 ausgestellten Kunstwerke nun mit 40 Werken der Museumssammlung (sowie Leihgaben) in einen Dialog gesetzt werden, macht schon deshalb Sinn, weil Karl Im Obersteg als Mitglied der Kunstkommission in die Kunstpolitik Basels (und also auch in die Ankaufspolitik des Kunstmuseums) involviert war. Der Parcours ist gepflastert mit Meisterwerken. Gleich im ersten Saal überragt Rodins ‹Grosser Schatten› in Bronze – ein übermannshoher, athletischer ausdrucksstarker Männerakt aus dem Besitz des Kunstmuseums – eine Reihe kleinerer Ölbilder. Chagalls grossartiges, kubistisch-weichkurviges Selbstbildnis mit seiner sphinxartigen Ausstrahlung begegnet dem bunt-expressiven Selbstporträt ­Jawlenskys. Der Ausstellungstitel nennt lediglich drei von einer ganzen Reihe weiterer Namen: Cézanne etwa und Redon, Louis Soutter, Rouault und Klee – bis hin zu Dubuffet oder Tapiès. Mit Degas’ ikonischer Pastellzeichnung ‹Die Tasse Schokolade› aus der Museumssammlung steht einem Pastell von Suzanne Valadon ein motivgleiches Werk gegenüber. Glanzstück des Picasso-Ensembles der Privatsammlung ist – genauer: war – eines von drei Bildern mit sitzendem Harlekin. 1969, im Todesjahr seines Vaters, musste Jürg Im Obersteg das Bild verkaufen. Die Schau führt es nach Jahrzehnten mit dem Harlekin aus der Museumssammlung und dem nicht minder glänzenden ‹Harlekin mit Halbmaske› aus der Sammlung Rudolf Staechelin zusammen. Durchaus auf Augen­höhe mit diesem «Dreiergipfel» bewegt sich die berühmte Trias von Chagalls Juden in Schwarz-Weiss, Rot und Grün von 1914. 

→ Kunstmuseum, bis 24.5.; Blogbeitrag zu einem Kopf von Jawlensky: ↗ www.kunstmuseumbasel.ch

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