Jan Kaeser und Guido von Stürler

Guido von Stürler · Der Schandemodus, 2016, Computerskizze, Holz, Polyesterglas, Kunststoff, Metall, Seile, 225x60x225 cm

Guido von Stürler · Der Schandemodus, 2016, Computerskizze, Holz, Polyesterglas, Kunststoff, Metall, Seile, 225x60x225 cm

Jan Kaeser · weil, 2017, Wandobjekt, Boro­silikatglas, Wand, Loch, unikat, 20x10x5,5 cm, Detail aus Installation mit 45 Glastropfen unterschiedlicher Grösse ©ProLitteris

Jan Kaeser · weil, 2017, Wandobjekt, Boro­silikatglas, Wand, Loch, unikat, 20x10x5,5 cm, Detail aus Installation mit 45 Glastropfen unterschiedlicher Grösse ©ProLitteris

Hinweis

Jan Kaeser und Guido von Stürler

Mit Jan Kaeser und Guido von Stürler zeigt die Galerie Bleisch zwei Ostschweizer Künstler, die vor allem installativ arbeiten. Der heute in Wallenwil lebende Guido von Stürler (*1956, Sydney) fand bereits in den Achtzigerjahren Beachtung mit seinen Objekten, Installationen und digitalen Grafiken und erhielt 1981 den Kiefer-Hablitzel-Preis. Seine Werke wurden in diverseren Gruppen- und Einzelausstellungen u.a. in der Kunsthalle Winterthur, im Kunstmuseum Olten, im Kunstmuseum Thurgau gezeigt. 1995 verabschiedete sich das vielversprechende Talent vom Kunstbetrieb und gründete eine Internet-Firma. 2009 nahm von Stürler seine künstlerische Karriere wieder auf. Seit 2013 beteiligt er sich wieder regelmässig an Ausstellungen und tritt u.a. mit zeitkritischen Installationen auf, die er am Computer entwirft und teilweise unter Zuhilfenahme des 3D-Druckers realisiert. Von Stürler bezieht sich in seinen aktuellen Arbeiten auf die nonverbale Kommunikation der Emojis, die er mit dem Gedanken des posthumanistischen Zeitalters in Verbindung bringt. So bringen seine hybriden (halb zeichenhaften, halb figurativen) Installationen wie beispielsweise «Hang_em_ higher» und die diversen Settings («Schandmodus», «Konspirationsmodus», «Sparmodus») ein tiefes Unbehagen gegenüber aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen zu Ausdruck.
Jan Kaeser (*1966, St. Gallen) arbeitet eben­falls installativ, doch sind seine Arbeiten viel stärker orts- und situationsspezifisch ausgerichtet. In jüngster Vergangenheit konnte der in Bühler lebende Künstler zudem wichtige Kunst-und-Bau-Projekte realisieren, so in Feldkirch das Feuerwehrausbildungszentrum des Landes Vorarlberg und in Wattwil eine Wandinstallation im Kloster Sta. Maria der Engel. In der Galerie Bleisch wartet Kaeser mit Glastränen auf und verweist damit auf mannigfaltige Weise auf die Bedeutung des Auges nicht nur als Wahrnehmungsorgan, sondern ebenso als Spiegel der Seele. Wer die gläsernen Tropfen genau betrachtet, wird darin nicht nur den Raum und sich selbst widerspiegelt sehen, sondern auch das (Augen-)Licht. Mit von Stürler und Kaeser präsentiert Adrian Bleisch zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Positionen, die jedoch beide um das Thema «Emotionalität» kreisen.

Until 
20.05.2017

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