«After Images» im Neuen Museum Weserburg

Bernhard Prinz: Reine Wäsche, 1984/89, Cibachrome, gerahmt, farbig gefasst, 16-teilig, je 110 x 105 cm, Slg. Elisabeth u. Gerhard Sohst in der Hamburger Kunsthalle

Bernhard Prinz: Reine Wäsche, 1984/89, Cibachrome, gerahmt, farbig gefasst, 16-teilig, je 110 x 105 cm, Slg. Elisabeth u. Gerhard Sohst in der Hamburger Kunsthalle

Hinweis

«After Images» im Neuen Museum Weserburg

Nach-Bilder heisst die Ausstellung, weil die Beteiligten nicht als Augenzeugen Stellung beziehen, sondern als Nachgeborene, die vom Geschehen nur durch Vermittlung wissen. Alle Künstler und Künstlerinnen beziehen sich auf das Dritte Reich und den Holocaust, die sie nur aus Bildern oder Erzählungen kennen. Die historischen Bezüge sind nicht mehr von den Darstellungen in Medien und Gesprächen zu trennen. Entsprechend thematisieren die Beteiligten ihre eigene, aber zugleich durch andere vermittelte Erfahrung. Bernhard Prinz beispielsweise fotografierte in den 80er Jahren junge Frauen in weissen Blusen und nannte die Serie «Weisse Wäsche». Die Frauen könnten aus den 30er oder 40er Jahren sein, man kann sie kaum anschauen, ohne zugleich an Beteuerungen von Unschuld, Verdrängung und Mitschuld zu denken. Piotr Uklanski stellt unter dem Titel «The Nazis» eine Aneinanderreihung von Fotografien von zum Teil bekannten Schauspielern aus, die für Spielfilme in die Rolle eines uniformierten Nationalsozialisten geschlüpft sind. Jake und Dinos Chapman bilden ein Hakenkreuz in Form von kollidierten Volkswagen ab. Einige weitere der zwanzig beteiligten KünstlerInnen sind Darren Almond (D), Shimon Attie (USA), Christian Boltanski (F), Jochen Gerz (D), Rachel Whiteread (GB). Mit Katalog im revolver Verlag (Text Thomas Deecke, James E. Young u.a.).

Until 
01.10.2004

Advertisement