«Une mémoire céramique» im Musée historique et des porcelaines

Valérie Belin · Porcelaines de Nyon, © ProLitteris Zürich

Valérie Belin · Porcelaines de Nyon, © ProLitteris Zürich

Hinweis

«Une mémoire céramique» im Musée historique et des porcelaines

Nach sechs Jahren Renovation ist im vergangenen Mai das Museum im Schloss Nyon wieder eröffnet worden. Das Herzstück der vorbildlich präsentierten und kommentierten Sammlung, die u.a. Objekte zur langen Geschichte der kleinen Stadt am Genfersee umfasst, der aber auch das ehemalige Bezirksgefängnis, Empfangsräume und das Zivilstandsamt angeschlossen sind, ist das Porzellan aus der weltberühmten Manufaktur von Nyon (1781-1813). Die Ausstellung «Une mémoire céramique» knüpft an diese Tradition an und bedeutet gleichzeitig eine Öffnung hin zur Gegenwartskunst. Die Mehrzahl der Exponate wurde speziell für das Schlossmuseum geschaffen oder beschäftigt sich direkt oder indirekt mit den alten Sammlungsbeständen, seien es die schwebenden Teller und Tassen aus Alabaster der in Genf lebenden Brasilianerin Maria-Carmen Perlingeiro oder der rosa bemalte Abguss eines Hirschkuhgeweihs von Marc Bauer. Philippe Barde vereint in seinem «Goûter de famille» (2005-2006) Porzellangeschirr mit Porträts, die am Ende des 19. Jahrhunderts im Fotoatelier Kunz in Nyon entstanden sind. Die Französin Valérie Belin hat einzelne Tassen und Krüge aus Nyon-Porzellan fotografiert. Die vergrösserten Abzüge, die nun nicht nur im für temporäre Ausstellungen vorgesehenen Erdgeschoss hängen, sondern auch im ersten Stock neben dem Tisch, wo für ein «Dîner à la française» aufgedeckt wurde, beweisen, dass die Gegenüberstellung von Alt und Neu durchaus zur Belebung eines historischen Museums beitragen kann.

Until 
06.01.2007

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