Johannes Robert Schürch

Robert Schürch · Ohne Titel (Im Bordell), um 1929, Tusche auf Papier, 26,7 x 19,9 cm

Robert Schürch · Ohne Titel (Im Bordell), um 1929, Tusche auf Papier, 26,7 x 19,9 cm

Hinweis

Johannes Robert Schürch

Basel — Johannes Robert Schürch (1895–1941) war kein Unbekannter, doch nach seinem frühen Tod wurde es still um ihn. Nun ruft die Galerie Müller sein eindrückliches Wirken in Erinnerung. Schürchs vorwiegend zeichnerisches Œuvre zeigt expressive, düstere Szenarien, die ein Leben an den Rändern der Gesellschaft mit dem Tod als ständigem Begleiter spiegeln. Als Kind erlebt Schürch das Sterben des Vaters, zweier Schwestern und wenig später der Freundin Olga. Zusammen mit seiner Mutter reist er nach Genf, wo er unter dem Einfluss von Hodler malt. In den 1920ern zieht er nach Monti bei Locarno, wo er wie ein Besessener arbeitet und in der Abgeschiedenheit zu seinem charakteristischen Ausdruck findet. Die Tuschzeichnungen zeigen bizarre Figurationen, abgründige Bordellszenen, Selbstporträts und Totentänze, hingeworfen mit einem hastigen Strich, als würde ihm die Zeit davonlaufen. Stilistisch und thematisch lassen sich Parallelen zu Ensor, Grosz und Dix finden. Einige Arbeiten stehen der Neuen Sachlichkeit nahe. Gegen 1927 kann er erste Erfolge verbuchen. Nach der Trennung von der Mutter zieht Schürch nach Ascona, wo er einen engen Austausch mit Ignaz Epper, Fritz Pauli sowie einer Gruppe deutsch-russischer Immigranten pflegt. 1935 begegnet er seiner Partnerin Erica Leutwyler, die ihn nach seinem Autounfall bis zum Tod begleitet und später den Nachlass in eine Stiftung überführt.

Jusqu'à 
06.02.2021

Publicité