Rembrandts Orient

Rembrandt Harmensz van Rijn · Juda und Tamar, um 1650/1700, Öl auf Leinwand, 108,5 x 130 cm, Residenzgalerie Salzburg

Rembrandt Harmensz van Rijn · Juda und Tamar, um 1650/1700, Öl auf Leinwand, 108,5 x 130 cm, Residenzgalerie Salzburg

Visual Podcast mit Zitat von Amina Aziz

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Hinweis

Rembrandts Orient

Basel — Amsterdam, die Stadt des Künstler, Verlegers und Sammlers Rembrandt Harmensz von Rijn (1606–1669), stellte im 17. Jahrhundert als Hauptsitz der Ostindienkompanie mit ihren weltumspannenden Handelsbeziehungen eine globale Metropole dar. In der Sammlung des Kunstmuseums Basel ist Rembrandt mit einem Gemälde, vier älteren Kopien und einem umfangreichen Bestand an Zeichnungen und Grafiken vertreten, die auf zwei Schenkungen von Eberhard W. Kornfeld zurückgehen. Parallel zur Sonderausstellung, im Neubau von den Kuratoren Bodo Brinkmann und Gary Schwartz eingerichtet, ist im Hauptbau eine Auswahl an Radierungen aus Kornfelds Schenkungen zu sehen. In beiden Ausstellungen werden Handzeichnungen, Grafiken, historische Ausgaben und Gemälde gezeigt. Dazu gehört für die Sonderschau in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam ein Katalog, in dem neben einführenden Essays ein Fundus an Wissen zu biblischen Geschichten, motivischen Anleihen sowie Informationen zu Auftraggebern versammelt ist.
Das Kunstmuseum kombiniert die Präsenta­tion mit Vermittlungsangeboten, die den Fokus darauf richten, welcher Austausch zwischen Kulturen damals gefördert wurde und wie dieser bis heute in das Verständnis von Ost und West, Whiteness und Blackness hineinwirkt. Die Kunst lädt dazu ein, das Dargestellte zu hinterfragen und darüber nachzudenken, wie man mit Normierungen und Asymmetrien bei deren Betrachtung umgehen kann. Diese Fragen werden in Ausstellungsführungen, einer Matinee zu Edward Saids 1978 erstmals erschienenem Text ‹Orientalism› sowie transdisziplinären Führungen anmoderiert und anschliessend ausdifferenziert.
Dazu zählt der Podcast ‹Rembrandt, habibi!›. Von der Journalistin, Wissenschaftlerin und Herausgeberin der ‹Encyclopaedia Almanica› Amina Aziz in Zusammenarbeit mit der Abteilung ‹Programme / Bildung und Vermittlung› realisiert, umfasst er aus einer orientalismuskritischen Perspektive in der ersten Staffel fünf Folgen zu Themen wie Dekolonialität, kultureller Aneignung, Stereotypisierung und Provenienzforschung. Dazu werden Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden interviewt. Ausgangspunkt und Resonanzraum bilden das Kunstmuseum sowie die ausgestellten Werke. Mit einer kraftvollen Dekonstruktion des Begriffs «Orientalismus» und dem Vertrauen in den Erkenntnisgewinn durch Kunst wird der Anfang gemacht.

Jusqu'à 
14.02.2021
expositions/newsticker Date Type Ville Pays
Rembrandts Orient 31.10.2020 - 14.02.2021 exposition Basel
Schweiz
CH

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