Esther Mathis

Esther Mathis · Nightshades, 2021, Ausstellungsansichten Livie Fine Arts, Zürich

Esther Mathis · Nightshades, 2021, Ausstellungsansichten Livie Fine Arts, Zürich

Esther Mathis · Nightshades, 2021, Ausstellungsansichten Livie Fine Arts, Zürich

Esther Mathis · Nightshades, 2021, Ausstellungsansichten Livie Fine Arts, Zürich

Hinweis

Esther Mathis

Zürich — Die ‹Nightshades› von Esther Mathis (*1985) entfalten ihren Reiz im Vorbeigehen: Je nach Perspektive verwandeln sich die dunkel glänzenden, scheinbar massiven Platten in durchsichtige, schwerelos wirkende Gitter und die Farben lösen sich auf im Weiss der Wände. Menschengross schweben vier solche ‹Night­shades› scheinbar frei im ersten Raum in der Zürcher Galerie Livie Fine Arts, die 2019 vom Sammlerpaar Marie Christine Livie und Caspar Livie gegründet worden ist. Hier, 300 Meter vom Paradeplatz entfernt, ist die von Mathis präzise choreografierte Einzelausstellung zu sehen.
Das faszinierende Spiel mit der Wahrnehmung wird von den ungewöhnlichen Bildträgern ausgelöst: Die in Zürich lebende Künstlerin hat für die ‹Nightshades› feine Wabengitter aus Aluminium verwendet, die in Fotostudios zur optimalen Bündelung des Lichts eingesetzt werden. Diese wurden mit grauen, blauen und violetten, ineinander übergehenden Farbtönen besprayt. Mathis nutzte dabei nur Farben aus dem Spektrum der Dämmerung, ebenso wie in vier weiteren Arbeiten, in denen sie milchiges, drahtverstärktes Sicherheitsglas mit ähnlichen Farben übermalt hat. Das industrielle, profane Ausgangsmaterial erhält auch hier einen poetischen, kontemplativen Charakter, der sich auf die Besucherinnen und Besucher überträgt. Neben den freischwebenden ‹Nightshades› rücken diese an der Wand angebrachten Werke jedoch fast etwas in den Hintergrund.
Einen Gegenpol zu diesen sphärischen, sich in ihrer Veränderung ständig entziehenden Arbeiten von 2021 bilden im zweiten Raum der Galerie sechs Fotografien der Serie ‹Lightspaces› von 2018. Sie verweisen auf Mathis’ künstlerische Herkunft, hat sie doch in Mailand und New York Fotografie studiert. Die ‹Nightshades› sind ihre ersten malerischen Arbeiten, als freie Künstlerin arbeitet Mathis vor allem in den Bereichen Skulptur, Rauminstallation und Kunst am Bau. Sie zeigen aber auch ihr Interesse am Licht, an Lichtveränderungen und an Fragen der Wahrnehmung. Sujets dieser Fotografien sind nämlich jene Räume unter den Dächern des Kunsthauses Zürich, die dafür sorgen, dass die Lichtverhältnisse in den Ausstellungsräumen optimal sind. Der Blick öffnet sich in eine industriell anmutende Deckenkonstruktion mit einer Vielfalt an sich überlagernden geometrischen Strukturen aus Röhren, Stangen und Dachfenstern, die sich erst bei genauerem Hinschauen entwirren. Beim nächsten Museumsbesuch wird meine Aufmerksamkeit auch der Decke und den Dachfenstern gelten. Tobias Söldi (Schreiben über Kunst, MA Kulturpublizistik ZHdK)

Jusqu'à 
28.01.2022
expositions/newsticker Date Type Ville Pays
Esther Mathis 12.11.2021 - 28.01.2022 exposition Zürich
Schweiz
CH
Artiste(s)
Esther Mathis
Auteur(s)
Tobias Söldi

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