Filip Haag

Filip Haag · Salilamorion, 2022, Acryl auf Baumwolle, 190 x 120 cm © ProLitteris

Filip Haag · Salilamorion, 2022, Acryl auf Baumwolle, 190 x 120 cm © ProLitteris

Hinweis

Filip Haag

Bern — Das Gold ist ihm zugefallen. Als Filip Haag (*1961) vor gut zwei Jahren als Artist in Residence in Indien war, hatte er Gouache-Farben dabei. Er wollte jeden Tag ein wenig malen und dabei Neues ausprobieren. Viele Jahre hat der Berner Künstler Zeichnungen und Tuschbilder geschaffen, die wie farblich zurückgenommene, chiffrierte Landschaften wirken. In Indien wurde ihm klar: Er wollte weg von der Abstraktion, hin zur Farbe. Und es war und ist vor allem die goldene Farbtube, die ihn anleuchtet und deren Inhalt er mit Fingern auf dem vorzugsweise dunkel gehaltenen Malgrund verteilt. In einem dynamischen und intuitiven Malprozess entstehen so Bilder, in die das Moment der Bewegung eingeschrieben scheint. Im Wirbel der Goldbahnen sind Köpfe und Torsi erkennbar, ja eigentlich eher erahnbar: Gesichter, angesiedelt irgendwo zwischen Fabelwesen und Hirngespinst, halb Mensch, halb Tier. Die Bilder erzählen auf ihre Weise vom Malprozess eines Künstlers, der sich der figurativen Malerei annähert, ihr aber doch nicht so ganz über den Weg traut. Lässt sich die Wirklichkeit denn in einem Bild festhalten? Filip Haag zweifelt glanzvoll daran. 

Jusqu'à 
25.02.2023

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