Sophie Taeuber-Arp

Sophie Taeuber-Arp · Six espaces avec croix, 1932, Gouache auf Papier © ProLitteris

Sophie Taeuber-Arp · Six espaces avec croix, 1932, Gouache auf Papier © ProLitteris

Gigon/Guyer, Museumsneubau Fondazione Marguerite Arp, Locarno, 2015 © ProLitteris

Gigon/Guyer, Museumsneubau Fondazione Marguerite Arp, Locarno, 2015 © ProLitteris

Hinweis

Sophie Taeuber-Arp

Locarno — Nach anhaltendem Marsch unter sengender Sonne stehe ich vor einer unscheinbaren Türe und läute nach kurzem Zögern: Zwischen Rebbergen und Wald liegt die Fondazione Marguerite Arp in Locarno Solduno hinter einer Mauer versteckt. Bald sitze ich mit der Kuratorin Simona Martinoli auf den originalen Barcelona-Sesseln von Mies van der Rohe im vormaligen Wohnzimmer der Arps und wir reden lange über deren bewegtes und vernetztes Leben, das vollumfänglich der Kunst gewidmet war. Marguerite Hagenbach war mit Hans und Sophie Taeuber-Arp befreundet und sammelte deren Werke. Sie rettete Arp aus seiner tiefen Lebenskrise nach dem plötzlichen Tod von Sophie Taeuber-Arp und wurde schliesslich seine zweite Frau. 1988, 22 Jahre nach Arps Tod, gründete Marguerite die Stiftung, die heute in ihrem Anwesen im Tessin domiziliert ist. Simona führt mich durch das ehemalige Wohnhaus, das eine öffentlich zugängliche Bibliothek mit 7000 teils seltenen Publikationen sowie das Archiv des Ehepaars Arp-Hagenbach und die Büros im ehemaligen Arp-Atelier enthält. In früheren Jahren erhielten Kunstschaffende im Nebenhaus Gastrecht, heute wird die Stiftung eher von internationalen Forscher*innen und Kurator*innen besucht, die sich mit den Werken von Sophie Taeuber, Hans Arp oder mit der Sammlung von Marguerite Arp auseinandersetzen. Nach unserem Rundgang verlassen wir die Villa und durchstreifen den gepflegten, etwas verwunschenen Garten zwischen Palmen, Glyzinien und einer Traubenpergola. Die Skulpturen von Hans Arp sowie ein Mühlstein säumen den Weg, bis vor unseren Augen ein grauer Kubus wie ein ausserirdischer Monolith auftaucht. Das 2015 eröffnete Privatmuseum, entworfen von den Zürcher Architekten Annette Gigon/Mike Guyer, verwirklicht postum einen alten Traum von Marguerite, endlich eine feste Bleibe für ihre Sammlung zu schaffen und diese in regelmässigen Wechselausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Derzeit sind im quadratischen Ausstellungsraum Werke von Sophie Taeuber-Arp aus der Sammlung zu sehen, just bevor 2020 eine Retrospektive im Moma New York stattfindet, die später durch die Tate Modern London und das Basler Kunstmuseum touren wird. Die meist kleinformatigen geometrischen Arbeiten, gestickt oder gemalt, wecken derzeit international ein grosses Forschungsinteresse und bringen eindrücklich Taeuber-Arps spielerischen und avantgardistischen Umgang mit Formen und Farben zum Ausdruck. Ihre konzentrierte, entwicklungs­fähige Arbeit zeugt von enormer Freiheit und hat einen festen Platz in der Kunstgeschichte mehr als verdient. 

Jusqu'à 
27.10.2019
expositions/newsticker Datetrier par ordre croissant Type Ville Pays
Sophie Taeuber-Arp 21.04.2019 - 27.10.2019 exposition Locarno
Schweiz
CH

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