Christine und Peter Kamm

Christine und Peter Kamm mit Hund Sir Gordon und Richard Longs ‹Red Stone Ring›, 1990, sowie Stühlen von Josef Hoffmann und Wiener Avantgarde in der Architektur von Peter Kamm © ProLitteris. Foto: Ottiger Fotografie

Christine und Peter Kamm mit Hund Sir Gordon und Richard Longs ‹Red Stone Ring›, 1990, sowie Stühlen von Josef Hoffmann und Wiener Avantgarde in der Architektur von Peter Kamm © ProLitteris. Foto: Ottiger Fotografie

Roman Signer · Kleines Haus, 2012, Kunsthaus Zug

Roman Signer · Kleines Haus, 2012, Kunsthaus Zug

Hinweis

Christine und Peter Kamm

Zug — Den Kunststandort Zug haben Fritz (1897–1967) und Editha Kamm (1901–1981) wesentlich geprägt. Der Financier und Freund von Fritz Wotruba baute nach dem Zweiten Weltkrieg die ausserhalb Österreichs wohl bedeutendste Sammlung der Wiener Moderne auf. 1998 ging die Sammlung als Stiftung Sammlung Kamm ans Zuger Kunsthaus. Teile der Sammlung von Fritz Kamm blieben beim Sohn Peter Kamm (Architekt, 1935–2008) und seiner Gattin Christina Kamm-Kyburz (Kunsthistorikerin, 1949–2019), die ihrerseits Gegenwartskunst sammelten. Mit der Nachlass-Ausstellung ‹Zeit und Raum – Hommage an Christine und Peter Kamm› würdigt das Kunsthaus Zug das Ehepaar und bietet Einblick nicht nur in ihre Sammlertätigkeit, sondern auch in ihre allgemeinen kulturellen Verdienste um die Stadt Zug. Christine Kamm-Kyburz beschäftigte sich in zahlreichen Publikationen mit Architektur aus dem Umkreis von Palladio und mit Aspekten der Zuger Kunstgeschichte. Peter Kamm beeinflusste das Zuger Stadtbild mit Schul-, Wohn- und Geschäftsbauten und entwickelte städtebauliche Zukunftsperspektiven. Dokumente wie Pläne, Fotos, Publikationen geben Einblick in diese Tätigkeiten.
Was die Sammlungsaktivitäten des Ehepaars betrifft, so setzt die Ausstellung klare Schwerpunkte. Ein Raum ist dem Obwaldner Kurt Sigrist und seinen zwischen Architekturvision und Skulptur pendelnden Objekten gewidmet. Zahlreiche spielerisch-hintergründige Werke Roman Signers fanden Eingang in die Sammlung. Eine besondere Kostbarkeit ist Bethan Huws’ Skulptur, die einen Flaschenständer nach Duchamps Art mit einer Reihe bunter Flaschen kombiniert. Ein Obergeschossraum inszeniert auf grandiose Weise Richard Longs ‹Red Stone Ring› von 1990 mit fotografischen Arbeiten von Balthasar Burkhard, Hannah Villiger und Guido Baselgia. Im benachbarten Raum reihen sich, ein Blick in die Designgeschichte des 20. Jahrhunderts, über 20 Designstühle von den Wiener Werkstätten bis zu einem von Signer listig veränderten Modell von Horgenglarus. Gross ist auch der Anteil an Innerschweizer Kunst u. a. von Anna Margrit Annen, Jo Achermann, Josef Herzog, Irma Ineichen.
Einen Schwerpunkt bilden auch Dokumente zur Richisau, einem Kunstort im hinteren Glarner Klöntal. Im 19. Jahrhundert trafen sich hier Koller, Stefan und andere Maler. Es gab hier ein Molken-Kurhaus. 1957 erwarb der gebürtige Glarner Fritz Kamm die Alp, 1987 errichtete Peter Kamm hier ein charmantes neues Gasthaus. Im wunderschönen Ahornhain steht Karl Prantls blauer Richisau-Stein. Künstlerische Interventionen steuerten auch Kurt Sigrist, Walter Fähnrich, Roman Signer und Günther Ueker bei. 

Jusqu'à 
09.01.2022

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