Barbara Wiggli und Matthias Huber

Barbara Wiggli · Eiche stützt Linde, 2018, ­Lindenholz, Eichenholz, Lack, 48 x 51 x 8 cm

Barbara Wiggli · Eiche stützt Linde, 2018, ­Lindenholz, Eichenholz, Lack, 48 x 51 x 8 cm

Matthias Huber · Ohne Titel, 2021, 100 x 90 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Matthias Huber · Ohne Titel, 2021, 100 x 90 cm, Öl und Acryl auf Leinwand

Hinweis

Barbara Wiggli und Matthias Huber

Solothurn — Das Künstlerhaus S11 zeigt bildhauerisches Schaffen von Barbara Wiggli (*1966) zusammen mit gemalten Werken von Matthias Huber (*1980), dem kantonalen Preisträger von 2015. Mit dem sprechenden Ausstellungstitel ‹Flügge› verbindet sich nicht nur das Entlassen schöpferischer Werke aus der intimen Sphäre des Atelierraumes, um unter die Augen der Öffentlichkeit zu treten, sondern auch eine mehrteilige, partizipatorische Installation von Barbara Wiggli. In der Zusammenarbeit mit Schulklassen sind unzählige glasierte Vogelplastiken aus Ton entstanden. Gerade in ihrer ungelenken und expressiven Ausdrucksweise setzen sie ein starkes visuelles Zeichen in den Räumen der Galerie.
Die Künstlerin arbeitet oft in polaren Konstellationen, die durch Verbindung unterschiedlicher Materialien und technischer Herangehensweisen in Erscheinung treten und Wigglis Werke zwischen Objekt, Installation und Relief oszillieren lassen. Fügen, Verbinden, Zusammensetzen oder Flechten sind konstitutiv für ihren Werkprozess. Er beginnt mit einer unscharfen Idee – die Form konkretisiert sich in der handwerklichen Auseinandersetzung mit dem Material. Wie stark dabei Details definiert oder im Vagen belassen werden, ist ein zentraler Teil der zeitaufwendigen Arbeit. Manchmal dienen Bilder zur Inspiration, oder ein Objet trouvé steht am Anfang des schöpferischen Prozesses. Wie beispielsweise bei ‹Fundstück an Sockel geschmiegt›, 2018, wo sich ein Gebilde aus Styropor in verwaschenen Grüntönen an etwas Möbelartiges in kühlem Blaugrau anlehnt. Im schöpferischen Prozess reagiert die Künstlerin auf das zufällig entdeckte, durch Natureinflüsse geformte Fundstück und nobilitiert es in der Verbindung mit einer gezimmerten Holzkonstruktion zur ästhetischen Form. In ‹Eiche stützt Linde›, 2017, verwandelt Wiggli Tropfspuren einer zähen Flüssigkeit in ein gewölbtes, geschnitztes Wandrelief aus schwarz bemaltem Lindenholz. Ein geometrischer Winkel aus unbemalter Eiche fängt die organisch flies­sende Form auf. So entsteht ein fruchtbarer Gegensatz aus Erscheinung und Materialität, der unterschiedliche Energien visualisiert. Gleichzeitig tritt das fiktiv strömende Element von Wiggli in Dialog mit den umgebenden Farbarbeiten von Mathias Huber, der mit klaren Setzungen von Farbspuren Elementares aufruft und mit zeitgenössischem Geist verbindet. 

Jusqu'à 
30.10.2022
expositions/newsticker Date Type Ville Pays
Barbara Wiggli und Matthias Huber 07.10.2022 - 30.10.2022 exposition Solothurn
Schweiz
CH

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