Federica Gärtner

Federica Gärtner · als die Dinge sich ereigneten, 2018, Pigmentdruck auf Papier

Federica Gärtner · als die Dinge sich ereigneten, 2018, Pigmentdruck auf Papier

Federica Gärtner · Ohne Titel, 2018, Pigmentdruck auf Folie

Federica Gärtner · Ohne Titel, 2018, Pigmentdruck auf Folie

Hinweis

Federica Gärtner

Wil — Sie hat es wieder getan: In der Ausstellung der Kunsthalle Wil sind neue und grosse Farbstiftzeichnungen der in Zürich lebenden Luzerner Künstlerin zu sehen, die buchstäblich Welten eröffnen. Handelt es sich dabei aber um fremde Planeten oder eher um mikroskopisch kleine Wesen? Es sind verführerische Körper, in die uns Federica Gärtner mit ihren weich übereinandergelagerten Schichten aus schwarzem oder silbernem Farbstift eintauchen lässt. Dank der Sorgfalt, die Federica Gärtner aufwendet, erinnern diese Objekte an wissenschaftliche Zeichnungen oder an Fotografie. Aber nur beinahe. Denn wovon sie eigentlich ausgehen, begleitet die Betrachterin als Frage durch die mit ‹Areal› betitelte Ausstellung.
Tatsächlich spielt die Fotografie eine wichtige Rolle in Federica Gärtners Arbeitsprozess. Mit ihrer Kamera in der Tasche praktiziert die Künstlerin gerne ausschweifende Erkundungsspaziergänge. Vor der Haustür und überall auf der Welt sucht sie nach Situationen und Strukturen. Nie geht es aber darum, das Aufgefundene direkt zu zeigen. Die Fotografien sind nur Material und bleiben Mittel zum Zweck. Es geht der Künstlerin vielmehr um die Verwandlung einer Situation, oder eines Details davon, in solche Zeichnungen.
Es kann aber auch sein, dass Federica Gärtner solch rätselhafte Situationen in ihrem Atelier selber schafft. So baut sie etwa Landschaften mit Sand auf dem Boden. Oder sie wirft Objekte an die Wand. Oder sie behängt ein Gestell mit immer neuen Stoffen und Planen. Diese Zwischenresultate lichtet sie ab und vernichtet dabei immer das Original. Dies ist die Art der Fotografie, die wir zu sehen bekommen. Im aktuellen Fall waren die Ausgangspunkte Zeichnungen, welche die Künstlerin mit Kritzeleien bedeckte. In diesen fand sie interessante Strukturen, fotografierte und spiegelte sie und drehte sie in die Negativform. Nun geben sie mit einem Mal Muster und Regelmässigkeiten zu erkennen, in denen wir wiederum eine wissenschaftliche Struktur zu finden glauben.
Eine kleine Fotografie, in der ein Mann die Atmosphäre einer Landschaft zu dirigieren scheint, wird so plötzlich zur Lösung. Auch die Künstlerin ist Teil ihrer Umgebung und interpretiert deren unsichtbare, nur für sie sichtbaren Gesetze. Es ist faszinierend, Federica Gärtner zuzusehen, wie sie Kunstwerke mit sehr genauen Strategien aus dem Nichts entstehen lässt. 

Jusqu'à 
19.12.2021
expositions/newsticker Date Type Ville Pays
Federica Gärtner 07.11.2021 - 19.12.2021 exposition Wil
Schweiz
CH

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