Sturm & Drang

Sturm&Drang, Ausstellungsansicht Osservatorio Fondazione Prada, Mailand, Digital industry, 2021, Holzstruktur, Eisenstangenpole, Plexiglas, MDF, Computer. Foto: Jacopo Farina

Sturm&Drang, Ausstellungsansicht Osservatorio Fondazione Prada, Mailand, Digital industry, 2021, Holzstruktur, Eisenstangenpole, Plexiglas, MDF, Computer. Foto: Jacopo Farina

Sturm&Drang, Ausstellungsansicht Osservatorio Fondazione Prada, Mailand, 2021

Sturm&Drang, Ausstellungsansicht Osservatorio Fondazione Prada, Mailand, 2021

Hinweis

Sturm & Drang

Mailand — Stellen wir uns auf den konstruktivistischen Standpunkt, dass wir die Wirklichkeit stets neu schaffen, indem wir sie wahrnehmen, Erfahrungen sammeln, uns vernetzen und austauschen, verlieren die computergenerierten Bilder (CGI – Computer Generated Images) ihre künstliche Entrücktheit und ihre immaterielle Fremdheit. Sie sind des Konstruktivismus logische Konsequenz und dessen immaterielle Materialisierung. Auch wenn die Cyberwelt schon in den Achtzigerjahren beispielsweise mit ‹Neuromancer›, 1984, von William Gibson den Themenkreis aufgriff, ist die Generation der jungen Kuratorinnen und Kuratoren, Kunstschaffenden oder Programmierer in einer digitalen Parallelwelt aufgewachsen. Die Kinder der Neunzigerjahre hatten sich in den Kosmos der Playstation geflüchtet vor einer anstrengenden Wirklichkeit, die stets Leistung fordert: Schule, Hausaufgaben, Sport, Effizienz. In der computergenerierten Fantasiewelt gelten eigene Zeit-Raum-Gesetze. Die Kids entspannen sich trotz der komplexen Herausforderungen im Cyberspace. Heute arbeiten die Millennials als Designerinnen, Architekten, Kuratorinnen, Künstler, Ingenieurinnen oder Informatiker und schaffen als Nerds digitale oder hybride Realitäten, Algorithmen, Narrative, Animationen, Objekte oder Architekturen.
Die Ausstellung ‹Sturm&Drang› im Osservatorio, dem auf Fotografie spezialisierten Raum der Fondazione Prada beim Mailänder Dom, katapultiert die Besuchenden in Cyberwelten und präsentiert eine breite Palette von CGI aus den unterschiedlichsten Gebieten: Medizin, Militär, Gaming, Science Fiction … Die Kuratoren Luigi Alberto Cippini (Armature Globale), Fredi Fischli und Niels Olsen (gta exhibitions, ETH Zürich) haben sich über längere Zeit mit den Inhalten und den Technologien der computergenerierten Bilder und deren räumlicher und didaktischer Vermittlung auseinandergesetzt. Entstanden ist eine installative Ausstellung, die ­Tutorials und virtuelle Konstruktionen auf grossen Monitoren präsentiert und somit den Akzent auf die Produktionsprozesse und eine sich weiterentwickelnde Ästhetik und Bilderwelt lenkt. Die ETH-Lektionen von ‹Sturm&Drang Studio›, die von Februar bis Mai 2021 in Form von Zoomgesprächen mit jungen Cyberkreativen und Start-ups stattgefunden haben, können auf der Website der Fondazione Prada mitverfolgt werden. Sie vervollständigen das Bild und geben dem Gebiet der CGI ein menschliches Antlitz und einen theoretischen Überbau. Der Cyberspace ist Realität geworden und wir befinden uns mittendrin. Kuratoren: Luigi Alberto Cippini, Fredi Fischli, Niels Olsen.

Jusqu'à 
23.01.2022
expositions/newsticker Date Type Ville Pays
Sturm&Drang 16.09.2021 - 22.01.2022 exposition Milano
Italien
IT

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