BeZug: Aus der Sammlung

Olafur Eliasson · Analemma for Kunsthaus Zug, 2009, C-Print, Schenkung des Künstlers.

Olafur Eliasson · Analemma for Kunsthaus Zug, 2009, C-Print, Schenkung des Künstlers.

Hinweis

BeZug: Aus der Sammlung

Zug — Olafur Eliasson, mit dem das Kunsthaus Zug im Rahmen seiner Sammlungsprojekte vor ein paar Jahren eine Zusammenarbeit einging, bezog das fotografische Werk ‹Analemma› ganz konkret auf Zug und sein Museum: Während ­eines Jahres fotografierten Museumsmitarbeiter täglich um 16 Uhr von einem Dachfenster des Hauses aus die Sonne. Die übereinander kopierten Fotos ergeben die Form einer Acht, eben ein Analemma, aus dessen Neigung sich der Standort der Aufnahme berechnen lässt. Eliassons Zuger Arbeit ist eine schöne Fotografie von poetischer Wirkung, zusätzlich aber auch die Verankerung des Kunstortes nicht nur im Zuger Kontext mit Ausblick über den See nach Westen, sondern auch im grossen kosmischen Zusammenhang. Der Bezüge sind da viele, und ‹Analemma› löst eindrücklich ein, was das Kunsthaus mit dem Titel ‹BeZug› der neuen Sammlungspräsentation sagen will: Zu sehen sind Werke, die auswärtige Künstler (Christoph Rütimann, Tadashi Kawamata, Till Velten) für Zug geschaffen haben. Matthias Haldemann, seit Eröffnung vor 30 Jahren Direktor des Hauses, legte jedoch den Schwerpunkt der Sammlungspräsentation auf Zuger Künstlerinnen und Künstler, und er setzt auch innerhalb dieses Schwerpunkts klare Akzente. Er präsentiert Werke von aus Zug stammenden Künstlerinnen und Künstlern, die längst zum wichtigen Bestand der Schweizer Kunst gehören: Hannah Villiger, Guido Baselgia, Annelies Štrba und Lukas Hoffmann . Sie alle bedienten oder bedienen sich des Mediums der Fotografie. Vom Jüngsten, dem heute in Berlin tätigen Lukas Hoffmann (*1981), ist eine dreiteilige schwarzweisse Arbeit zu sehen, die während eines Zuger Atelieraufenthalts in New York entstanden ist. Sie zeigt eine Hauswand mit Spuren der Verwitterung und Verwahrlosung, ein Werk von starker Präsenz, das an Nouveau Réalisme und an abstrakten Expressionismus erinnert. Haldemann zeigt aber auch Schätze der hauseigenen Sammlung, die weitgehend vergessen sind, weil sie nie zu sehen waren. Zu erwähnen sind drei zeichnerische Positionen. Peter Herbener (1933–2001) hinterliess ein unaufdringliches, sehr persönliches und konzentriertes Werk. Fritz Roth (1945–2016) experimentierte neben seinem plastischen Schaffen in der Abgeschiedenheit seines Ateliers mit Pendelzeichnungen. Philipp Anton Etter (1920–2012) zeichnete mit Filzstiften während Jahren den stets gleichen Ausblick aus seinem Fenster. So erweist das Kunsthaus einem neu entdeckten Zuger Art-Brut-Künstler die Ehre. In der Stadt Zug gibt es auch viele Werke zeitgenössischer Kunst zu erleben, auf die das Kunsthaus im Zusammenhang mit der Sammlungsausstellung hinweist. Einige Namen: James Turell, Ilya und Emilia Kabakov, Matt Mullican, Pavel Pepperstein, Carmen Perrin, Andrea Wolfensberger, Richard Tuttle, Balthasar Burkhard, Roman Signer. Im Kunsthaus liegt ein Plan auf. 

Jusqu'à 
10.01.2021

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