Fly me to the Moon

Yinka Shonibare MBE · Space Walk, 2002, Baumwollgewebe mit Siebdruck, Fiberglas, Sperrholz, Vinyl, Kunststoff, Stahl, Astronauten je 212 x 63 x 56 cm © ProLitteris, Courtesy Stephen Friedman Gallery London

Yinka Shonibare MBE · Space Walk, 2002, Baumwollgewebe mit Siebdruck, Fiberglas, Sperrholz, Vinyl, Kunststoff, Stahl, Astronauten je 212 x 63 x 56 cm © ProLitteris, Courtesy Stephen Friedman Gallery London

Vladimir Dubossarsky and Alexander Vinogradov · Cosmonaut No. 1, 2006, Öl auf Leinwand, 195 x 195 cm

Vladimir Dubossarsky and Alexander Vinogradov · Cosmonaut No. 1, 2006, Öl auf Leinwand, 195 x 195 cm

Hinweis

Fly me to the Moon

Zürich — Über der Bar im temporären Eingang des Kunsthauses Zürich schwebt Matt Kowalski davon, und an Sylvie Fleurys (*1962) pelzigem ‹First Spaceship on the Venus› führt der Weg durch Gänge und über Treppen zur Startplattform im 1. Obergeschoss des Moser­baus, wo dunkles Blau an den Wänden und Sternenlicht an der Decke die Besucher einhüllen. ‹Fly me to the Moon› heisst die Ausstellung mit Blick auf die erste Mondlandung vom 20. Juli 1969. Programmatisch bildet die verworfene ‹Mondlandschaft› von Michael Sailstorfer (*1979) den Auftakt, umrahmt von 40 historischen Fotos aus den Beständen der NASA. Man bewegt sich quasi auf dem Trabanten und blickt auf unseren fragilen blauen Planeten. Das Wechselspiel Erde–Mond wird in vielen der 200 Exponate aufgenommen, von klassischen Bildern aus der hauseigenen Sammlung über Tonaufnahmen bis zum ‹Mondmuseum› von Forrest Myers (*1941), einer an Bord der Landefähre von Apollo 12 auf den Mond geschmuggelten winzigen Platte. Schwebende Astronauten treffen wir im ‹Space Walk› von Yinka Shonibare MBE (*1962) nochmals an, mit dem täuschend echten Raumschiff ‹Martin Luther› und in fröhliche Motown-Stoffdrucke gewandet. Die erste Frau im Weltall war die sowjetische Kosmonautin Valentina Tereshkova, thematisch aufgenommen durch Vladimir Dubossarsky (*1964) und Alexander Vinogradov (*1963) mit ihrem Ölbild ‹Cosmonaut No. 1›. Und ohne die mathematische Arbeit von Frauen hätte die NASA den Mond ziemlich sicher nie erreicht – dorthin geflogen sind aber bislang nur (weisse) Männer. Das «Space Race» war letztendlich ein Kind des Kalten Krieges, das aber mit dem historischen Treffen der ­Apollo- und Soyuz-Raumschiffe seinen vorläufigen Abschluss fand. Aus den Schatzkammern des Archive of the Russian Academy of Sciences (ARAS) stammen historisch bedeutende Bleistiftzeichnungen von Konstantin Ziolkowski (1857–1935). Man ist nach dem ausgedehnten Weltraumspaziergang durch die stimmige Szenografie schliesslich froh, einen Wegweiser mit klaren Angaben zu finden: ‹Mond 384,000 km, Shop 0.02 km›. Ein ausführlicher zweisprachiger Katalog liegt auf, und ein abwechslungs­reiches Begleitprogramm rundet die nach Salzburg ins Museum der Moderne weiterreisende Ausstellung ab. Hörenswert ist der Audioguide von Liam Gillick (*1964). Fehlt also nur noch ein Raketenglace nach der Landung – die Ikone unserer Kühltruhen feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag.

Jusqu'à 
30.06.2019

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