Barbezat-Villetard

Barbezat-Villetard · Aucun souvenir assez solide, Ausstellungsansichten Ferme-Asile, 2021. Foto: Guillaume Collignon

Barbezat-Villetard · Aucun souvenir assez solide, Ausstellungsansichten Ferme-Asile, 2021. Foto: Guillaume Collignon

Barbezat-Villetard · Aucun souvenir assez solide, Ausstellungsansichten Ferme-Asile, 2021. Foto: Guillaume Collignon

Barbezat-Villetard · Aucun souvenir assez solide, Ausstellungsansichten Ferme-Asile, 2021. Foto: Guillaume Collignon

Hinweis

Barbezat-Villetard

Sion — Das Künstlerduo Barbezat-Villetard steht in seinem Schaffen dem Umgang mit Licht nahe, was atmosphärische und immersive Erfahrungen ermöglicht. Zurzeit zeigen Matthieu Barbezat (*1981) und Camille Villetard (*1987) eine neue Gesamtinstallation in der Ferme-Asile in Sion.
Langsam taste ich mich im Dunkeln voran. Die Assistentin führt mich die Treppe hoch. Noch eine Stufe, jetzt sind wir im Ausstellungsraum der Ferme-Asile – einer ehemaligen Scheune –, der für gewöhnlich stark von ­dunkelbraunen Holzbalken geprägt ist, jetzt aber in der Schwärze versinkt. Ich sehe fast nichts, bloss eine sandartige Materie unter meinen ­Füssen, die gelbgrün leuchtet. Erst nach einigen Minuten, als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, beginnen im gelbgrünen phosphoreszierenden Material Spuren und Flecken erkennbar zu werden.
Licht ist ein seltsames Phänomen. In der freien Natur nehmen wir das Leuchten als Rückstrahlung von Gegenständen und als Interferenz verschiedener Lichtwellen wahr. Seit seiner Gründung im Jahr 2014 zeichnet sich das französisch-schweizerische Kollektiv Barbezat-Villetard durch die Inszenierung hybrider Installationen aus, die immer wieder mit Licht minimal und dabei radikal auf den architektonischen Ausstellungsraum reagieren. Das Publikum wird meist mit einer scheinbar veränderten räumlich-zeitlichen Situation konfrontiert.
In der Ferme-Asile in Sion installieren die beiden mit ‹Aucun souvenir assez solide›, 2021, eine raumgreifende Installation mit drei Zyklen, die verschiedene Licht- und Raumwahrnehmungen ermöglicht. Im ersten Zyklus steht zentral die Wahrnehmung von natürlichem Licht, das in der eigentlich fensterlosen Ferme-Asile durch eine Dachluke eingelassen wird und in dem Staub zu tanzen scheint. Der zweite Zyklus ist dem Kunstlicht gewidmet. Zwei Reihen von acht Bühnenlichtern schalten sich abwechselnd ein und aus und bestrahlen und erwecken den Raum. Der dritte Zyklus gehört wieder der Dunkelheit. Die Besuchenden werden von einem konstanten und spektralen Geräusch eingelullt; das Rauschen verändert und entwickelt sich ständig, führt von hohen zu niedrigen Frequenzen. Und im nächtlichen Dunkel erwacht wieder die Fantasie …
Die leeren Raumflächen – Boden, Wände, Decke – der Ferme-Asile bilden Ausgangspunkte einer fiktiven Szenerie, die durch die Inszenierung mit Licht, Luftpartikeln und Klang aktiviert wird. Der Dialog mit der Architektur und der Wunsch, im Innenraum neue atmosphärische Stimmungen zu schaffen, sind die wiederkehrenden Interessen in der Arbeit von Barbezat-Villetard, die sich auch in dieser Installation eindringlich einschreiben. 

Jusqu'à 
18.07.2021

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