Camille Graeser

Camille Graeser · Konstruktion mit sechs Farbakzenten, 1949, Öl auf Leinwand, 40x60 cm ©ProLitteris

Camille Graeser · Konstruktion mit sechs Farbakzenten, 1949, Öl auf Leinwand, 40x60 cm ©ProLitteris

Hinweis

Camille Graeser

Lebte er heute, hätte er wohl digitale Musik und digital-poetische Bilder komponiert bzw. programmiert. Der gebürtige Genfer Camille Graeser (1892-1980) ist jedoch einer anderen Zeit verhaftet, er war Wegbereiter der konstruktiv-konkreten Kunst. Als Mitglied der Zürcher Konkreten zählt er zu den zentralen Sammlungspositionen des Aargauer Kunsthauses. Die Graeser gewidmete aktuelle Schau fokussiert vor allem auf die Gruppe der zwischen 1947 und 1955 entstandenen «Loxodromischen Kompositionen », d.h. rund siebzig Gemälde, Zeichnungen und Skizzen, die von seiner Auseinandersetzung mit den Rhythmen und Klangmustern von Musik sprechen. Drei- und Vierecke, als einzelne «Töne» Akkzente setzend oder in Balkenform als Klangbänder schwingend, fügen sich zu dynamisch rhythmisierten Bildkompositionen. Bach, Hindemith und Schönberg inspirierten den Künstler, der sich auch als Innenarchitekt, Möbeldesigner und Grafiker betätigte. Erst 1933 - im Zuge seiner Emigration von Stuttgart nach Zürich - wandte er sich gänzlich der bildenden Kunst zu, einer nüchternen, konkreten Formensprache, die auf erzählerische Inhalte verzichtet, stattdessen mit Poesie und einem «sichtbar gestalteten malerischen Klang» operiert.

Jusqu'à 
10.04.2016

mit schöner Publikation im Wiegand Verlag

Auteur(s)
Brita Polzer

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