«HeissKalt. Sammlung Scharpff» in der Staatsgalerie

Eberhard Havekost: Platanen 1, 1998, Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, Courtesy Galerie Gebr. Lehmann, Dresden

Eberhard Havekost: Platanen 1, 1998, Öl auf Leinwand, 130 x 180 cm, Courtesy Galerie Gebr. Lehmann, Dresden

Hinweis

«HeissKalt. Sammlung Scharpff» in der Staatsgalerie

«Sammeln muss man lernen», teilte Rudolf Scharpff 2003 in einem Interview anlässlich der Präsentation seiner Sammlung in der Hamburger Kunsthalle mit. Mit seiner Frau Ute hat der Stuttgarter Sammler eine renommierte, schon mehrfach museal gewürdigte Sammlung von etwa 200 Arbeiten aufgebaut. Zu Beginn allerdings wurde das Sammlerpaar ausgescholten. Der Galeristenfreund warf ihnen 1967 vor, sie sammelten ohne Sinn und Ziel. «Im Grunde hatten wir die Ausstattung unseres Wohnzimmers im Kopf und verschwendeten wenig Gedanken daran, dass Albers mit Avramidis wohl kaum ein Wort gewechselt und auch Janssen sich mit Beuys wohl kaum vertragen hätte.» Um Disharmonien vorzubeugen, fokussierte das Ehepaar zunehmend auf die Protagonisten der jungen Malerei. Befragt, warum ihn denn gerade diese interessierten, gab Scharpff zur Antwort, dass es spannende Menschen seien. «Wir führen herrliche Diskussionen, und da ich schon 74 Jahre alt bin, ist das wunderbar, denn Alter oder Hierarchie spielen in der Kunst keine Rolle.» Grosse Bewunderung hegt der ehemalige Unternehmensführer auch gegenüber der «unheimlichen Kraft» der jungen Maler, sich in der Kunst zu behaupten?. Deutschland habe mit seinen hervorragenden jungen Malereivertretern einen «Exportartikel», der auch in Amerika hoch geschätzt werde. «Das fängt mit Gerhard Richter, Georg Baselitz, Sigmar Polke an» und hat das Sammlerpaar bis zu Albert Oehlen, Franz Ackermann, Daniel Richter, Neo Rauch aber auch zu Sarah Morris, Glenn Brown oder Jeff Koons geführt. Mit Katalog und einem im Hatje Cantz Verlag erschienenen Erfahrungsbericht von Rudolf Scharpff: «Der Mann mit der Postkarte. Erfahrungen eines Sammlerlebens von Yves Klein bis Jeff Koons». Am 29.4. findet ein Gespräch mit Neo Rauch und der Kuratorin der Ausstellung Gudrun Inboden statt, am 6.5. ein Gespräch mit André Butzer, am 27.5. hält Petra Reichensperger einen Vortrag «Ein Gespenst geht um: Die Malerei».

Jusqu'à 
12.06.2004

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