Camille Corot im Museum Langmatt

Jean-Babtiste-Camille Corot: Neapel und das Castel dell'Ovo, 1828, Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, 24 x 41 cm, Slg. Museum Langmatt

Jean-Babtiste-Camille Corot: Neapel und das Castel dell'Ovo, 1828, Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, 24 x 41 cm, Slg. Museum Langmatt

Hinweis

Camille Corot im Museum Langmatt

Das Sehnen nach dem Süden hat nicht nur Goethe beflügelt. Der geheimnisvollen Mignon, «aus dem Land, wo die Zitronen blühen» hat er fünf Gedichte gewidmet, dem heimischen Klärchen hingegen nur ein einziges. Dem Sehnsuchtsraum Italien gilt auch die anspruchsvolle Ausstellung, initiiert von Eva-Maria Preiswerk, der rührigen Leiterin des Museums Langmatt, und kuratiert von Felix Baumann, ehemaliger Direktor des Kunsthaus Zürich. Von Camille Corot, welcher zwischen 1825-1828 erstmals nach Italien reiste, sind 23 Werke zu sehen. Die imposante Auswahl von Gemälden und Ölstudien - drei davon aus der eigenen Sammlung - machen deutlich, was ihn von zahlreichen seiner Generationsgenossen unterscheidet: Die Landschaften sind atmosphärisch aufgeladen, vermeiden jedoch jede anbiedernde Geschwätzigkeit. Seltsam entrückt wirken die luftigen Wälder, die schattigen Uferböschungen, die öden Landschaften mit den tiefliegenden dräunenden Gewitterwolken oder die wie aus Bauklötzchen gefügten Architekturen. So postuliert denn Felix Baumann im Katalog wohl zu Recht, dass es Corot weniger um (vor-)impressionistische Auflösung und Dynamisierung der Farbfläche ging, sondern dass er, vergleichbar mit Cézanne, «das Geschaute in eine Ordnung transportiert, die kunstimmanenten Kriterien folgt», und dadurch zum Bewahrer und gleichzeitig grossen Neuerer geworden ist. Mit Katalog Fr. 45.-.

Jusqu'à 
17.07.2004

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