Jenny Holzer im Kunsthaus

Jenny Holzer: Xenon for Bregenz, Hohenems Steinbruch, Juni 2004, Foto: Attilio Maranzano ©2004 Jenny Holzer, VBK, Wien

Jenny Holzer: Xenon for Bregenz, Hohenems Steinbruch, Juni 2004, Foto: Attilio Maranzano ©2004 Jenny Holzer, VBK, Wien

Hinweis

Jenny Holzer im Kunsthaus

«Bis zur Hüfte im Graben, durch Ruinen watend/in jenem Grenzzustand, wo sich der Geist verengt,/sich auch von Hoffnung nicht erweitern lässt,/hör ich Ihre laute Siegerstimme». Mit diesen Worten hebt Henri Coles lyrische Apostrophe an den amtierenden amerikanischen Präsidenten an. In der KUB-Arena im Kunsthaus Bregenz sind die Lettern des Gedichts in den wie ein Damoklesschwert im Raum schwebenden Stamm einer Rottanne eingebrannt, um ein Stockwerk höher zweisprachig über elektronische LED-Felder zu laufen, die gleich Stützbalken an die Wand gelehnt sind; das 2. und 3. Obergeschoss bespielen dann Passagen aus amerikanischen Regierungsdokumenten. In der Ausstellung «Truth Before Power» wendet sich Jenny Holzer den komplexen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und dem Nahen Osten, den Folgen des 11. Septembers und dem aktuellen «Krieg» gegen den Terrorismus zu. Es geht um die Logik und die oft verborgenen politischen und wirtschaftlichen Triebkräfte der amerikanischen Aussenpolitik. Unter den Schuhsohlen fliessend ziehen die in ihrer Fülle nur bruchstückhaft apperzipierbaren Texte dem Besucher fast buchstäblich den Boden unter den Füssen weg. Kritisch verunsichern wollen auch Sätze auf den sieben Billboards an der Seestrasse, etwa: «Machtmissbrauch kommt nicht von ungefähr». Schon immer war Jenny Holzer politisch, selten jedoch so dezidiert wie in dieser Ausstellung. (Der Katalog enthält lesenswerte Beiträge, unter anderem Peter Glotz' Analyse zur Medienmanipulation).

Jusqu'à 
04.09.2004

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