Costa Vece im Kunstmuseum

Costa Vece · Blick in die Seitenkapelle der Installation «Heaven can wait»
im Kunstmuseum Solothurn, Foto: zvg

Costa Vece · Blick in die Seitenkapelle der Installation «Heaven can wait»
im Kunstmuseum Solothurn, Foto: zvg

Hinweis

Costa Vece im Kunstmuseum

Eine sich über zwei Räume erstreckende, aus massivem Holz gebaute, grauschwarz lasierte und überdachte «Holzbrücke» bestimmt die Ausstellung des in Zürich und Berlin lebenden Costa Vece (*1969) im Ostflügel des Kunstmuseum Solothurn. Die Leib und Seele vereinnahmende Installation trägt den Titel «Heaven can wait», was sich letztlich als Gebet für ein besseres, sozialeres Leben im Diesseits entpuppt. Allerdings aus Düsternis heraus formuliert. Nicht zufällig heisst der Katalog «Dark days». Die begehbare Brücke ist ein Gang in die Dunkelheit. In der ersten Seitenkapelle sind «geschnitzte» Brotköpfe mit verschiedensten Wollmützen aufgereiht. In die zweite sind Sätze eingeritzt wie «Was stehst du und gaffst?» oder «Gehorsam macht fromm». Der Ausgang führt direkt zur Projektion eines Loops aus Pasolinis Verfilmung des Matthäus-Evangeliums und weiter in einen Raum mit einer grossformatigen, schwer wirkenden Fahne, die ein weisses Kreuz auf schwarzem Grund zeigt, gefertigt aus Kleidungsstücken für Männer und Frauen, die mit Sicherheitsnadeln zusammen«genäht» sind. Die Dringlichkeit und Emotionalität, mit welcher der Schweizer Künstler italienisch-griechischer Abstammung sein Unbehagen an der Welt und seine Sehnsucht nach Überwindung von Ungerechtigkeit, Enge und Intoleranz inszeniert, ist beeindruckend. Umso mehr als er Metaphern braucht, die mit «Heimat» (in diesem Fall die Schweiz) verbunden sind, die jedoch in der künstlerischen Umsetzung zum Leiden an dieser Heimat gerinnen. Gleichzeitig ist im Westflügel die erste Retrospektive des in Biel wohnhaft gewesenen Solothurner Künstlers Rolf Spinnler (1927-2000) zu sehen.

Jusqu'à 
05.08.2006

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