Susan Hodel im Stadthaus

Susan Hodel · Ohne Titel, 2005, Graphit, Öl auf Kreide auf Leinwand, 178 x 186 cm, Foto: Studio Cugini, Zürich

Susan Hodel · Ohne Titel, 2005, Graphit, Öl auf Kreide auf Leinwand, 178 x 186 cm, Foto: Studio Cugini, Zürich

Hinweis

Susan Hodel im Stadthaus

2005 erhielt Susan Hodel (*1962) den Preis für Malerei des Kantons Solothurn. Das Geld setzte die in Zürich lebende Künstlerin für den monographischen Katalog ein, der die von Gabriela Bono betreute Ausstellung des Kunstvereins Olten begleitet. Während dieser retrospektiv angelegt ist, somit bis in die Zeit zurückreicht, als Hodel grundierte Leinwände mit Schere, Nadel und Faden traktierte, um das Hinten und das Vorne des Bildes zu verbinden, zeigt sie in den hoch über Olten gelegenen, hellen Räumen des Stadthauses ausschliesslich Werke der letzten Jahre. Im Zentrum steht dabei eine Reihe vertikal gestreifter Bilder in vielschichtig unterlegten Blau-, Grün- und Grautönen. Die Töne habe sie 2003 in Genua gefunden, sagt sie. Doch die mehrfarbig aufblitzenden und kaum merklich aufgestülpten Streifen sind nicht nur mit grösster Sorgfalt gemalte Farbrhythmen. Sie beziehen ihre vibrierende Lebendigkeit ebenso aus ihrer formalen Anlage. Wie immer bei Susan Hodel ist eine werkimmanente Logik bestimmend. Was einmal gefunden ist, wird gekehrt und gewendet und führt zu Neuem, hier beispielsweise der Raster einer früheren Arbeit. Diese Gesetzmässigkeit bestimmt das unsichtbare und zugleich fühlbare Geheimnis der Bilder entscheidend mit. Agnes Martin kommt einem in den Sinn, auch Bridget Riley. Interessant ist, dass Susan Hodel ihre Bilder gerne in der Nähe der Literatur sieht. Schriftsteller, so sagt sie, können so wunderbar genau hinschauen. Gleichzeitig zeigt der Natur in Abstraktion wandelnde Berner Künstler Josef Loretan (*1962) auf Einladung Susan Hodels eine Reihe neuer skulpturaler Arbeiten. Ab 3.9.

Jusqu'à 
30.09.2006
Artiste(s)
Susan Hodel
Auteur(s)
Annelise Zwez

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