Jasper Johns im Kunstmuseum Basel

Jasper Johns · Souvenir 2, 1964, Öl und Collage auf Leinwand mit Objekten, 73 x 53.3 cm, Barbara and Richard S. Lane, Courtesy Jasper Johns, 2007, © ProLitteris, Zürich

Jasper Johns · Souvenir 2, 1964, Öl und Collage auf Leinwand mit Objekten, 73 x 53.3 cm, Barbara and Richard S. Lane, Courtesy Jasper Johns, 2007, © ProLitteris, Zürich

Hinweis

Jasper Johns im Kunstmuseum Basel

Seine erste Retrospektive zeigte Jasper Johns bereits 1964 im New Yorker Jewish Museum, knapp zehn Jahre nach der Entstehung des ersten Flaggen-Bildes, mit dem er sein Werk bekanntlich beginnen liess. Zu jener Zeit galt Johns, so die Zeitschrift «Newsweek», als «wahrscheinlich der einflussreichste jüngere Maler der Welt» - ein Einfluss, der sich bemerkenswerter Weise weniger in der Malerei selbst, als vielmehr in anderen Gattungen und Kunstrichtungen wie Performance und Konzeptkunst abzeichnen sollte.
Die von der National Gallery of Art in Washington organisierte Ausstellung im Kunstmuseum Basel fokussiert noch einmal eben diese bahnbrechende und äusserst vielgestaltige erste Dekade, ohne jedoch einen retrospektiven Anspruch zu erheben. Sie konzentriert sich vielmehr auf vier Motive, die - wie noch einige andere mehr - Johns' malerisches, grafisches und zeichnerisches Werk in zahlreichen Variationen durchziehen: Zielscheiben, die Präsenz von mechanischen Hilfsmitteln wie etwa Linealen, die Nennung der Grundfarben Rot, Gelb und Blau in Schablonenschrift und die Verwendung eben dieser Farben im Bild sowie der Einsatz von Körperabdrücken. Noch vor Beginn des eigentlichen Ausstellungsparcours - gewissermassen als «Hors d??uvre» - ist Johns? frühes «Flag Above White With Collage», 1955, platziert, das der Künstler dem Museum 1994 in Erinnerung an dessen ehemaligen Direktor Christian Geelhaar schenkte. Das Flaggenmotiv findet in der anschliessenden Präsentation kein Echo und bleibt somit stumm, gewinnt dadurch aber zugleich eine allegorische Funktion. Es kann für das Oszillieren zwischen dem Offensichtlichen und dem Opaken, dem Zeigen und Verbergen stehen, das Johns? gesamte Tätigkeit strukturiert.
Auch wenn die Ausstellung das Augenmerk vor allem auf die formale Stringenz von Johns? Werk legt, konfrontiert sie die Betrachter durchaus mit Arbeiten, die über die selbstreflexive Analyse des Mediums Malerei hinausweisen. Dazu zählt etwa das singuläre «Painting bitten by a man», 1961, in dessen Wachsoberfläche Johns Spuren seines Gebisses hinterliess und das eine ferne Erinnerung an Munchs «Schrei» aufruft.

Jusqu'à 
22.09.2007

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