Christopher Williams in der Kunsthalle

Christopher Williams · Kodak Three Point Reflection Guide, © 1968 Eastman Kodak Company, 1968, (Meiko laughing), Vancouver, B.C., 6. April 2005, C-Print, 50.8 x 61 cm, Privatsammlung Schweiz

Christopher Williams · Kodak Three Point Reflection Guide, © 1968 Eastman Kodak Company, 1968, (Meiko laughing), Vancouver, B.C., 6. April 2005, C-Print, 50.8 x 61 cm, Privatsammlung Schweiz

Hinweis

Christopher Williams in der Kunsthalle

Scheinbar klassische Sujets aus der Werbefotografie wie eine Frau, deren Haare in einem orangefarbenen Frotteetuch eingewickelt sind, täuschend falsche Maiskolben oder verpackte Seifen sind mit einer fotografischen Farbkarte konfrontiert. Ausser einer in einer Duschkabine stehenden Frau, die mit shamponiertem Haar lachend in die Kamera blickt, sind die Motive isoliert und vor einen neutralen Hintergrund gesetzt. Das macht die Aufnahmen von Christopher Williams sachlich-distanziert und verrät sein Bemühen um eine weitgehend objektive Darstellung. Dass der amerikanische Konzeptkünstler das Instrument seiner Fotografie, eine Mittelformatkamera, auch gleich noch verschiedentlich abbildet, gibt dem Ganzen den Touch, als sei es vom Absolventen einer Fotografieklasse gemacht. Dieser Eindruck wird insofern relativiert, als die Ansichten auf die Werbeästhetik der 1960er Jahre Bezug nehmen und damit die Geschichte des Aufgenommenen in den Blickwinkel rücken. Zu den Bildern sind ausführlichste Bildlegenden angeführt mit Angaben des Objekts, dem Namen des Fotostudios, Datum, Material und Prozess, der Name des Fotografen aber taucht nicht auf. Damit referiert
Williams ostentativ auf die angebliche Objektivität dokumentarischer Fotografie. Indem das Bild derart eng an den begleitenden Text gekoppelt ist, wird dieser integrativer Bestandteil der Fotografie.
Der 1956 in Los Angeles geborene und dort lebende Christopher Williams arbeitete zunächst mit Bildmaterial aus Fotoarchiven von Museen, Bibliotheken, Zeitschriften oder Agenturen. Seit Ende der 1980er Jahre produziert er Fotografien, die häufig auf vorhandene kulturelle Bilder anspielen. Die Fotografien lässt er von Berufsfotografen anfertigen und in Verfahren abziehen, die heute kaum noch gebräuchlich sind. Williams selber arrangiert dann lediglich das Bildmaterial. Somit ist der Prozess des Recherchierens und der Auseinandersetzung mit dem Material - Entwickeln, Drucken, Auswählen von Details, Vergrössern - ein wesentlicher Teil dieser äusserst kühlen Arbeit.

Jusqu'à 
27.10.2007

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