Rheinfelden: «PileUp am Rhein» von Katja Schenker

KATJA SCHENKER · PileUp am Rhein, 2007,
Wohnsiedlung Habich-Dietschy Strasse,
4310 Rheinfelden, Foto: Derek Li Wan Po, Basel.

KATJA SCHENKER · PileUp am Rhein, 2007,
Wohnsiedlung Habich-Dietschy Strasse,
4310 Rheinfelden, Foto: Derek Li Wan Po, Basel.

Kunst und Bau

Rheinfelden: «PileUp am Rhein» von Katja Schenker

Von oben betrachtet erinnert Katja Schenkers (*1968) Kunstprojekt im Innenhof der Siedlung von Zwimpfer Partner Architekten an eine Karte, einen fein abgestuften Farbverlauf, ein schimmerndes Bild. Je nach Witterung und Lichtsituation glänzen die Keramikplatten unterschiedlich, verwandeln das rund 100 m2 grosse, von begrünten Erdwällen eingefasste Terrain in einen See, eine spiegelnde Wasserfläche. Während in der «Vogelschau» besonders die bildlichen Qualitäten der Arbeit zu Tage treten, wird die dreidimensionale Ausprägung vor allem beim Begehen des Innenhofs deutlich: Die dicht aneinander gefügten, in verschiedenen Farbtönen changierenden Fliesen-Dreiecke erscheinen als freigelegter Grund, als fragiler, doch intakter Erdmantel und evozieren Einblicke auf eine kristalline Struktur. Wie in ihren Performances, Zeichnungen, Fotografien und Videos arbeitet Katja Schenker auch hier mit Bewegung und Veränderung als konstituierenden Elementen. Die hypothetische Belastung des Areals mit 1589 übereinander gestapelten Gebäudeeinheiten führt zur Verdrängung der Materie, die so entstehende Narbe im Erdreich wird von der Künstlerin durch Keramikplatten, also das identische, allerdings «veredelte» Material versiegelt, zugleich aber auch akzentuiert. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, die verschiedenen Lebenszyklen des jeweiligen Untergrunds sind nicht nur visuell und ästhetisch, sondern auch als veränderter GehKomfort erfahrbar. So ändert «PileUp» über die Jahre(szeiten) hinweg immer wieder sein Gesicht und überliefert so die Spuren seiner eigenen Geschichte.

Auteur(s)
Irene Müller

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