Die Rolle der Kritik

Boris Groys und Pawel Pepperstein, Zug 1998

Boris Groys und Pawel Pepperstein, Zug 1998

Der Raum der Kugeln

Der Raum der Kugeln

Fokus

Das Kunsthaus Zug zeigt zur Zeit eine Ausstellung der Moskauer Künstlergruppe Medical Hermeneutics. Die Installation «Binokel und Monokel/Leben und Werke» bezieht sich auf den gleichnamigen Roman zweier Gruppenmitglieder, welcher kürzlich im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Das folgende Gespräch gehört zu einer Reihe von unpublizierten Dialogen zwischen Pawel Pepperstein (*1966), dem Gründer der Gruppe, und dem am ZKM Karlsruhe lehrenden Kulturphilosophen Boris Groys.

Die Rolle der Kritik

Ein Gespräch

Pawel Pepperstein: Es geht um die Rolle der Kritik heutzutage, nicht nur der professionellen Kritik, sondern der kritischen Position, die im Rahmen der verschiedensten Disziplinen, Philosophie, Kunst zutage tritt.

Boris Groys: Ich glaube, dass im Grunde der heutige Intellektuelle davon ausgeht, dass eine kritische Position im traditionellen Sinn nicht mehr möglich ist. Um sie zu entkräften, genügt es dem Kritiker zu sagen, dass seine Konzeptionen und Ideen nicht die eigenen sind, sondern dass sie von der Gesellschaft, der Sprache, der Kultur in seiner Seele vorformuliert werden. Das heisst, nur die Gesellschaft selbst, die Sprache selbst sind vielleicht fähig, sich zu kritisieren, indem sie ihre eigene Absurdität oder Paradoxität aufdecken.

PP: Auf der anderen Seite kommt das Wort Kritik von Krise. Dazu gibt es eine medizinische Analogie, und zwar die Krise einer Krankheit, wenn sie sich gleichzeitig zuspitzt, sich aber auch die Kräfte imOrganismus, welche den Kampf gege die Krankheit führen, verstärken. In der Kritik steckt immer eine Hyperbolisierung, Übertreibung. Sie macht etwas grotesker, schärfer, unerträglicher und ruft so eine Gegenreaktion hervor. Die Schwächung der Rolle der Kritik ist mit der Schwächung des Politischen verbunden, weil Kritik ein stark politisch besetzter Diskurs ist. Wenn man betrachtet, was heutzutage vom Massenkonsumenten rezipiert wird, dann ist das vor allem Kritik in Form eines permanenten Stroms von Enthüllungen, die aber im Grunde keinen tiefen politischen Sinn haben. Die Rolle des Journalisten besteht darin, dass er diejenigen Orte publik macht, wo sich ein bestimmtes Phänomen, ein Prozess, eine Struktur, eine Institution selbst desavouieren. Dazu habe ich mir folgende Überlegung gemacht: Es gibt drei Dinge, die oft miteinander verwechselt werden, aber im Grunde genommen sehr deutlich voneinander zu trennen sind. Das sind Magie, Mystik und Metaphysik. Die ganze Zivilisation beginnt mit der Magie, eine Phase, die man als technisch oder prototechnisch bezeichnen könnte. Dann folgt die mythische Phase, die im Grunde eine ökonomische ist. Und daran schliesst dann die dritte Phase an, die metaphysische, die bereits unmittelbar mit der Politik verknüpft ist. Geschichte ist politische Geschichte, hinter der immer der metaphysische Diskurs steht.

BG: Das Problem besteht darin, dass in der klassischen Metaphysik nicht angenommen wird, dass der subjektive Wille bestimmte Grenzen kennt. Ich glaube jedoch, dass die Ökonomie bestimmte Grenzen der Subjektivität voraussetzt. Sie gibt dir den Bereich vor, innerhalb dessen du frei bist, bestimmte Entscheidungen zu treffen, und sie markiert auch den relativ grossen Bereich, in welchem du diese Entscheidungen nicht treffen kannst. Wenn wir nun annehmen, dass die Reife des Menschen, seine Entwicklung, mit der Erkenntnis seiner Grenzen, seiner Sterblichkeit verknüpft ist, so ist die Entwicklung der Politik in Richtung der Ökonomie eine Entwicklung in Richtung von Tod...

PP: ...von Endlichkeit...

BG: ...und einer sehr genauen Fixierung des Bereichs des menschlichen Lebens und der darin vorgegebenen Handlungsmöglichkeiten. Andererseits besteht das Plus der Ökonomie darin, dass du in diesem Bereich deine Handlungen überhaupt nicht erklären musst. Du kannst also beispielsweise hundert Dollar ausgeben, wofür du willst, ohne deine Entscheidung irgendwie begründen zu müssen. Der Grund, warum du diese hundert Dollar ausgibst, ist die Tatsache, dass du hundert Dollar hast. Auf diese Weise wird jeder kritische Diskurs sinnlos, weil wenn du diese hundert Dollar hast, du nichts zu erklären brauchst, und wenn du sie nicht hast, es auch nichts zu erklären gibt. Damit ist sowohl ein Moment der Ekstase wie auch ein Moment der Depression verbunden, ein Gefühl der absoluten Verfügbarkeit aller Möglichkeiten und dem Fehlen jeglicher Möglichkeiten. Der Mensch bewegt sich gleichsam zwischen diesen beiden Zuständen hin und her, auf einer Grenze, die er in Wirklichkeit – und in diesem Sinne wohnt der Ökonomie wirklich ein mystisches Moment inne – strukturell nicht bestimmen kann.

PP: Gleichzeitig operiert der mystische Diskurs wie der ökonomische immer mit irgendwelchen Umfängen, Ausmassen, Zahlen. Zahlen sind keine autonomen Bedeutungsträger, Instrumente; sie sind eine ökonomische Kategorie, ein Kraftmass. In diesem Sinne geht es im ökonomischen wie im mystischen Diskurs immer um Kraft: die Kraft des Überlebens, des Jubels oder der Depression. Der ökonomische Diskurs ist psychologisch und anthropozentrisch. Daher wird gerade jetzt der Psychologie und der Psychoanalyse so grosse Aufmerksamkeit zuteil. Aber die ständig anwachsende Menge von Gadgets, also technischer, nicht-menschlicher Dinge, führt die Menschheit allmählich erneut in eine Situation, in welcher die Kommunikation mit dem Nicht-Menschlichen weit bedeutender sein wird als die Kommunikation von Mensch zu Mensch. Und das wird die ökonomisch-taoistische Epoche erneut zerstören und zu einer eher politisch-buddhistischen Situation führen. Denn für den Menschen ist alles, was nicht Mensch ist, eine Grenze, ein dicker Strich, hinter dem das Nirwana beginnt, etwas radikal anderes, etwas, das die Ökonomie nie berücksichtigt, weil für den ökonomischen Diskurs auch der Mensch einen Satz gewisser physikalischer Daten, Gewicht, Umfang, Schnelligkeit... darstellt.

BG: Ökonomische Fragen wurden bereits verschiedentlich diskutiert, insbesondere auch von Bataille, Derrida, Lacan. Dabei geht es immer um die Frage, woher kommt eigentlich das Geld? In der Natur gibt es kein Geld. Die Einführung des Geldes ist eine äussere Intervention. Die Ökonomie baut darauf auf, dass du etwas verkaufst und dafür etwas Gleichwertiges erhältst. Sie erscheint daher als geschlossenes System. Doch das kann es nicht sein, weil es selbst das Resultat der Einführung des Geldes ist. Die Basis für das Funktionieren des Geld-Systems ist eine inflationäre Erwartung, die darin besteht, dass das Geld erstens alles das abdeckt, was du haben willst, und dass es zweitens noch genug davon gibt. Im Grunde ist das eine Nachbildung unseres Verhältnisses zur göttlichen Gnade, die zum einen alle unsere Bedürfnisse abdeckt und zum anderen uns darüber hinaus noch etwas mehr gibt. Dieses Noch-etwas-darüber-hinaus, dieser Kredit ist die Basis für das Funktionieren des Geld-Systems. Ausserdem ist damit, wenn wir diese Idee radikalisieren, auch das Funktionieren der modernen Philosophie verknüpft. Sie basiert auf der Vorstellung, dass wir in einem gewissen Sinne mehr Sprache erhalten haben, als wir Sinn hineinlegen können. Es bleibt demnach immer ein ungedeckter Überschuss an Kauf- oder Sprachkraft, und dieser entspricht der göttlichen Gnade. Wenn wir also annehmen, dass sich der Erguss der göttlichen Gnade als inflationäres Zeichensystem manifestiert, dann ist klar, dass eine kritische Position in dieser Situation unmöglich ist, mit Ausnahme einer Variante, welche mit der Rentabilität dieser Position verknüpft ist. Heute muss die kritische Position ebenso wie jede andere «rentieren», kostendeckend sein. Früher war es doch so: ich übe Kritik, und die Gesellschaft muss sich ändern. Und heute ist es so, dass ich Kritik anbringe, und die Gesellschaft muss sie bezahlen. Die Kritik erweist sich selbst als Akt eines höchst orthodoxen Glaubens. Denn der Kritiker geht davon aus, dass man ihm selbst dann, wenn er den Glauben untergräbt, Vertrauen schenkt. Darin drückt sich sein absoluter Katholizismus aus. Wenn die Kritik sich gleichsam bezahlt gemacht hat, dann hat der Kritiker damit die Tiefe seines Glaubens, ja sogar die Tiefe des Glaubens der Gesellschaft, in der er lebt, demonstriert. In diesem Sinne hat die Kritik zwar vielleicht weiterhin einen Platz, aber dieser Platz erweist sich paradoxerweise als stabilisierend.

PP: Das erinnert natürlich sofort an die grosse Anzahl von Zirkulationsmodellen, beispielsweise die Karnevalskultur, durch welche die theokratische Gesellschaft gestützt und stabilisiert wird. Ungeheuerlichkeiten in der Kirche werden gefördert, damit die Kirche funktioniert. Und wieso strotzt eigentlich die aktuelle Kunst so stark von geschlachteten Menschen und Ähnlichem? Natürlich auch, um sie zu stabilisieren. Andererseits gibt es bestimmte Typen von Kritik, die unterschwellig tabuisiert sind, und zwar mit Kunstgriffen, die man kaum umgehen kann. So ist beispielsweise alles, was als «weltlich» definiert wird, sehr teuer: Nahrung, Reisen, Kleidung... Alles, was jedoch zu den gleichsam fiktiven Welten der Transzendenz gehört, ist betont billig. Augenfällig ist beispielsweise der offensichtlich ideologisch motivierte niedrige Preis von Computern, welche ja das Bild der modernen Welt bestimmen. Wenn ich da an bestimmte Wohnungen denke, in Moskau beispielsweise: furchtbare Lebensbedingungen, wenig Platz und im Zentrum des Raums hockt der Computer. Er ist immer eingeschaltet und spielt offensichtlich keine Nebenrolle. Die gleiche Situation in Asien etwa: Man sieht ein endloses Meer armseliger Hütten und auf jeder steckt eine Fernsehantenne. Paradoxerweise fällt all das aus dem normalen ökonomischen Schema heraus. Anders ausgedrückt: Der Mensch ist absolut nicht frei, im Unterschied zur Welt der Gadgets, die sich wie Netze ausbreiten und für sich eine Zone technischer Freiheit reservieren, die – genau besehen – in vieler Hinsicht bereits in der nicht-ökonomischen Zone liegt.

BG: Alle diese Systeme – Computer, Fernsehen – verschmelzen letztlich zu einem, und dieses ist das ökonomische, der Fluss des Geldes. Anders ausgedrückt: Das Geld bewegt sich durch Computernetze. Diese gehören zur Infrastruktur des Geld-Systems selbst. Doch der Umstand, dass der Geldumlauf seine eigene Infrastruktur schafft, bezeichnet seine Anfälligkeit, die Anfälligkeit für Gewalt. Das Thema der Gewalt hat gerade jetzt eine solche Bedeutung erhalten, weil, je mehr die Materialisierung des Geldsystems wächst – es war früher nicht sehr stark materialisiert –...

PP: ...es war äusserst spirituell...

BG: ...um so mehr ist es bedroht. Es reicht, dass ein grosser Computer zusammenbricht, um die Börse lahmzulegen.Bei einem meiner Auftritte in Zürich – es ging um die Theorie des Museums – stand ein Student auf und sagte: «Wissen Sie, mir scheint, dass Ihre Theorie eine Schwäche hat. Nehmen wir zum Beispiel ?Independence Day’, diesen Film, in welchem Ausserirdische die Erde zerstören wollen. Warum gelingt ihnen das nicht? Weil einer der Ausserirdischen früher gelandet war und ins Museum gestellt wurde. So ist er bereits erforscht worden, und das reichte aus, um die Eindringlinge zu vernichten. Entsprechend ist es auch für den Künstler am besten, sich sofort zu entziehen.» Dieses Votum war interessant, weil der Student sich mit den Aliens statt mit den Menschen identifizierte und die Bedeutung des Künstlers und des Intellektuellen in seiner Nicht-Erkennbarkeit sah, in dessen Möglichkeit, schnell zur unerwarteten Zerstörung überzugehen. Dieser ganze Komplex, Terrorismus, Gewalt ist an sich nicht politisch, sondern verbrecherisch. Es ist doch charakteristisch, dass alle militärischen Operationen der letzten Jahre Polizei-Operationen waren, sei es Bosnien, Zaire oder der Golfkrieg. Was verteidigt diese Polizei eigentlich? Sie verteidigt Kommunikationswege, die Infrastruktur, durch die das Geld fliesst: Computersysteme, Gas- und Ölpipelines. Das zeigt, dass die politische Zone durch den Polizeistaat ersetzt wird. Das führt uns zum Kriminalfilm und überhaupt zur Kultur des 20. Jahrhunderts, die im Grunde genau das thematisiert.

PP: Mir fallen dazu zwei amerikanische Filme ein: «Flucht aus New York» und dessen Gegenstück «Flucht aus Los Angeles». Dort geht es darum, dass die Gesellschaft zum Polizeistaat geworden ist, zur totalitären Gesellschaft. Doch es gibt noch eine Stadt, in der sich gleichsam die Freiheit konzentriert, die sozusagen das Apogäum in Form von Chaos und Verbrechertum erreicht hat, eine Welt der unbegrenzten Kriminalität. Die andere Seite umgibt diese Oase mit einer kolossalen unüberwindbaren Mauer. Doch wie immer in solchen Situationen wird jemand entführt und in diese Hölle gebracht. Interessant ist das Ende des zweiten Films: Es stellt sich heraus, dass auch der Polizeistaat verbrecherisch, korrumpiert ist, während sich die Welt der freien Verbrecher als totalitär erweist, weil dort ebenfalls alles eigenen Gesetzen unterworfen ist. Der freie, einsame Held, der sich zwischen diesen beiden Welten befindet, drückt schliesslich auf einen Knopf, so dass auf dem gesamten Planeten sofort und für immer die Elektrizität erlischt. Das Finale ist dann überaus pathetisch: er steht alleine im Wald und lässt unendlich viele Dinge ins Gras fallen, darunter auch eine Schachtel Streichhölzer. Er hebt sie vorsichtig auf und zündet in dieser Dunkelheit wieder ein Streichholz an.

BG: Dieses Moment ist natürlich verknüpft mit dem «Sieg über die Sonne», der Mysterienoper von W.Chlebnikov und A.Krutchonych, welche 1913 in St.Petersburg aufgeführt wurde mit einem Bühnenbild von Malewitsch, für das er erstmals das Schwarze Quadrat malte. Es ging dabei um den Sieg der Elektrizität über die Sonne. Der Film zeigt nun den erneuten Sieg der Sonne, des Feuers...

PP: ...die Konterrevolution der Sonne...

BG: ...des Feuers gegen die Elektrizität. Die Sonne wird dabei mit Subjektivität assoziiert, mit der Idee der punktförmigen natürlichen Lichtquelle. Und diese wird dem Verstand, der Erkenntnis, der Phantasie gleichgestellt. Die Sonne ist also das Symbol dafür, dass ich über eine eigene innere Lichtquelle verfüge, über eine Fähigkeit zu sehen. Dieses Licht des Bewusstseins ist das Prinzip der Subjektivität; ich trage die Quelle des Lichts in mir. Als Teil des ökonomischen Informationssystems wird mir stattdessen eine gewisse Portion Elektrizität zugeteilt. Ich kann nur soviel denken, fühlen und vorstellen, wie mir Elektrizität im weitesten Sinne dieses Wortes zugewiesen wurde, alle Zeichen, Banknoten et cetera eingeschlossen. Ich glaube, das Ziel besteht darin, das Zentrum der Ausstrahlung des Lichtes zurück zu sich zu verlegen, sozusagen selbst das Streichholz anzünden, Herr des Lichts werden...

PP: ?Prometheus...

BG: ...ja, aber jetzt nicht gegen die Dunkelheit gerichtet, sondern gleichsam gegen die Kollektivierung des Lichtes oder die Kollektivierung der Elektrizität...

PP: ...ich würde sagen, gegen die Beleuchtung der Dunkelheit. Es geht um den unbewussten Wunsch, Licht zu machen, wenn die Sonne nicht da ist. Aus diesem Grund spielt auch die Psychoanalyse in diesem Elektrizitäts-Diskurs eine wichtige Rolle, weil es darum geht, Lichtin nächtliche Bereiche zu bringen, die Grenze zwischen Tag und Nacht, zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein zu beseitigen.

BG: Das Verbrechen ist demnach, die Nacht wiederherzustellen, auszusteigen, sich aus dem System auszuklinken, eine Grenze zwischen sich und anderen zu ziehen. Der moderne Verbrecher ist nicht so sehr am Verbrechen selbst interessiert, sondern daran, die Bedingungen für ein Verbrechen zu schaffen. Ein Kriminalroman, ebenso wie ein Kriminalfilm beruhen immer auf demselben Prinzip, der Liquidierung des Narrativen. Die Idee eines Krimis besteht darin, dass ein Ereignis geschehen ist, von dem niemand weiss, wie es zu interpretieren ist. Das Problem des Kriminalromans ist also ein rein interpretatorisches, die Interpretation dessen, was bereits geschehen ist. Das weitere Narrativ wird dadurch paralysiert. Von diesem Standpunkt aus ist es interessant, was ein absolutes Verbrechen sein könnte. Das absolute Verbrechen ist ein undechiffrierbarer Text. Im Internet gibt es beispielsweise Kodier-Systeme, die einen Text unentzifferbar machen. Sie sind verboten, ihre Anwendung wird bestraft. Du hast das Recht, Texte zu chiffrieren, aber nur mit Codes, die prinzipiell entschlüsselt werden können. Es gibt Codes, von denen wir von Anfang an wissen, dass sie nicht dechiffrierbar sind, beispielsweise beruhend auf dem Gödel-Theorem. In jedem System gibt es Aussagen, die nicht interpretierbar sind.

PP: Interessant, wie sich hier eine tautologische Situation ergibt, dass für uns diejenigen Mitteilungen als nicht lesbar erscheinen, die nicht gelesen werden können, und die mit so viel Tabu befrachtet sind, dass gleichsam tabuisiert wird, was nicht gelesen werden kann, weil wir es sowieso nicht lesen können.(Übersetzung: Dorothea Trottenberg)

Die Ausstellung im Kunsthaus Zug läuft noch bis zum 8.11.Katalog zur Ausstellung mit bebildertem Verzeichnis bisheriger Installationen, s/w, 100 S., sFr. 22.–/25.–. Binokel und Monokel – Leben und Werke, Sergej Anufrijew und Pawel Pepperstein,Suhrkamp Verlag, 1998, sFr. 14.– Eine weitere Einzelausstellung von Pawel Pepperstein folgt in der Galerie Elisabeth Kaufmann, Basel vom 27.11.–30.1.99.

expositions/newstickertrier par ordre décroissant Date Type Ville Pays
Inspection Medical Hermeneutics 20.09.1998 - 08.11.1998 exposition Zug
Schweiz
CH
Auteur(s)
Boris Groys
Artiste(s)
Pavel Pepperstein

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