Luis Camnitzer

Luis Camnitzer · Last Words, 2008

Luis Camnitzer · Last Words, 2008

Hinweis

Luis Camnitzer

Nach vielen Jahren an der Peripherie Düsseldorfs zieht Ursula Walbröl mit ihrer Galerie in die Altstadt, direkt hinter die Kunsthalle, wo Konrad Fischer und Alfred Schmela gearbeitet und Joseph Beuys das Büro für direkte Demokratie geführt hatten. Luis Camnitzers «Last words», die erste Ausstellung in der Mutter-Ey-Strasse, reiht sich schlüssig in die grosse Tradition ein. Camnitzer (*1937 in Lübeck, aufgewachsen in Montevideo, lebt seit 1964 in New York) kann man bereits als Klassiker der lateinamerikanischen Konzeptkunst bezeichnen, welche schon immer eine Spur politischer als die Europas war. Der sechsteiliege Zyklus stellt in grossformatigen Schrifttafeln die letzten Worte von zum Tode Verurteilter vor, die Camnitzer aus Material des Criminal Justice Department von Texas zusammenstellte. Die authentischen Aufzeichnungen kombiniert er mit literarischen Anspielungen auf das Lebensende, so dass in einer Art von Choral und Refrain ein dichtes Textgewebe entsteht. Die formale Kargheit kontrastiert mit den existenziellen Äusserungen. Das sollte durchaus als Kritik an der Todesstrafe verstanden werden. In Camnitzers aktualisierter Ars moriendi führen die Hilferufe, Entschuldigungen, Liebeserklärungen oder Klagen nicht in die tröstenden Worte: «Es ist vollbracht».

Jusqu'à 
22.10.2010
expositions/newsticker Datetrier par ordre croissant Type Ville Pays
Luis Camnitzer 03.09.2010 - 23.10.2010 exposition Düsseldorf
Allemagne
DE
Artiste(s)
Luis Camnitzer
Auteur(s)
Michael Krajewski

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