Thomas Hirschhorn — 21 Jahre Deleuze Monument

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn, 21 and Deleuze Monument, Saint Chamand, 2021. Installation in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung mit dem Archiv zu ‹Deleuze Monument›, ursprünglich entstanden im Rahmen von Avignon Capitale Europénne de la Culture, 2000. Foto: Alexandra de Laminne

Thomas Hirschhorn — 21 Jahre Deleuze Monument

Saint Chamand – Der Künstler ist präsent – für Thomas Hirschhorn (*1957, Bern) ist das ein Oxymoron. Jede seiner zehn grossen Installationen, die er in den letzten zwanzig Jahren produziert hat – vom ‹Bataille-Monument› über die ‹Flamme éternelle› bis zur ‹Robert-Walser-Skulptur› –, zeugt von der Präsenz des Künstlers als Autor und unterläuft sie zugleich durch kooperative, partizipative Formen. Jedes von Hirschhorns Monumenten errichtet ihn als Künstler, doch nicht als einen, der Kunst repräsentiert. Es produziert Kunst, setzt ihn als Künstler ein. Gemeinhin zeugen Kunstwerke von vergangener Präsenz, sehnen den Künstler herbei. Hirschhorn gewinnt daraus die subversive Kraft der Wunschmaschine, wie sie Gilles Deleuze beschrieben hat. Der Philosoph durchdachte das Feld der Präsenz. Thomas Hirschhorn bestellt es. Ganz konkret, wie ein Landmann seinen Acker, durchpflügt der Künstler aus Bern das Kunst- als Präsenzfeld. Dessen Früchte sollen vor allem eines: die weitere Produktion vorantreiben. Der Künstler nennt «Präsenz und Produktion» seine «guideline». Für das Publikum zugänglich seit Mai und verlängert bis September, wirkt die «Gedenkausstellung» zum ‹Deleuze Monument› wie ein Intervall. Vor 21 Jahren begann in der Vorstadt Saint Chamand bei Avignon Hirschhorns «Präsenzphase», wie er selbst in einer Begleitnotiz erzählt. Sein «Scheitern», das frühzeitige Ende des Projekts aufgrund des Widerstandes der adressierten sozial prekären Bevölkerungsgruppen, habe ihm damals bewusst gemacht, dass er vollständig präsent bleiben müsse, «die ganze Zeit und selbst mit ihnen produzieren muss». Zusammen mit dem Kunst-Kollektiv La manufacture und der örtlichen Kunsthochschule wurde diese Ausstellung um acht Begriffe herum mit Dokumenten, Fotos, Videos aufgebaut: von Kunst über öffentlichen Raum bis zu Ko-Existenz und schliesslich zum Prekären. Auf diesem Hirschhorn-Denkmal sitzt der Künstler hoch oben, das Monument unter ihm. Vielleicht hält er, jetzt, da uns die Luft ausgeht, die Luft an, wie einst der zum Tode Verurteilte, der den Schlussstein auf die Kathedrale setzte. Der Lohn für sein Überleben: die Freiheit.

https://lamanufacture.org/programmation/21-ans-deleuze-monument/

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