Dreieinhalbstöckiger Dodekaeder

Beat Zoderer, Dreieinhalbstöckiger Dodekaeder, 2019/2020, Grienbachstrasse 11/Industriestrasse, Zug

Beat Zoderer, Dreieinhalbstöckiger Dodekaeder, 2019/2020, Grienbachstrasse 11/Industriestrasse, Zug

Dreieinhalbstöckiger Dodekaeder

Public Art

Beat Zoderer gehört mit seinen unverwechselbaren Objekten, Bildern und Installationen zu den führenden Kunstschaffenden der Schweizer Kunstszene und hat sich auch international einen Namen gemacht. Alltagsgegenstände und Materialien aus dem Baumarkt bilden die Komponenten, aus dem Zoderer seine filigranen Werke kombiniert. Diese verschmelzen zu radikalen optischen Gebilden, die bei genauer Betrachtung durch ihre Leichtigkeit überraschen. Im Auftrag von V-ZUG schuf der renommierte Schweizer Künstler mit Dreieinhalbstöckiger Dodekaeder ein künstlerisches Wahrzeichen für den Technologiecluster Zug, einem riesigen Bauprojekt, das auf die nächsten Jahrzehnte angedacht ist. Zoderers fünf Meter hohe Skultpur wird an wechselnden Standorten aufgestellt, an denen im Rahmen des Grossprojekts gebaut wird.

Beat Zoderer, der mit Vorliebe mit einfachen Alltagsmaterialien arbeitet, schuf eine fünfeckige Säule aus Baulatten, die sich an die weltberühmte, fast 30 Meter hohe Plastik Endlose Säule des rumänisch-französichen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957) anlehnt. Inspiriert von Brancusis geometrischen Meisterwerks schuf Zoderer eine Skulptur bestehehend aus Dodekaedern, also Körpern mit zwölf Flächen, denen eine fünfeckige Grundform zugrunde liegt. Beat Zoderer fasziniert diese asymmetrische Form, und meint dazu: «Sie sorgt für eine Irritation in der Struktur». Die Komplexität der auf den ersten Blick einfache Figur erschliesst sich erst bei näherer Betrachtung. Ein grosse Anzahl Baulatten gruppieren sich um einen statischen Stahlkern und sind mit unzähligen Schrauben befestigt. Für Zoderer haben Baulatten etwas Trennendes und zugleich Schützendes. Gleichzeitig verweisen die Baulatten als Material auf die Veränderlichkeit und Dynamik des Bauens ins Zug. Auf einer Baustelle stellen Baulatten klar, dass es sich um eine temporäre Situation handelt, bis das Neue geschaffen ist, und stellen gleichzeitig sicher, dass man sich fernhält. Neben dem Konstruktionselement «Baulatte», das sich dem Betrachter dank der klassischen Farbgebung sofort erschliesst, hat der Künstler mit dem statischen Stahlkern und den unzähligen verbundenen Zusatzelementen im Hauptgerüst auch eine Leitidee des Baurpojekts im Speziellen und des Zuger Baubooms im Allgemeinen sichtbar gemacht. Dass die imposante, rund fünf Meter hohe Skulptur trotz ihrer Komplexität nichts von ihrer klaren Formsprache einbüsst, verdeutlicht seinen künstlerischen Ansatz. «Je reduzierter eine Idee ist, desto klarer ist sie», sagt Zoderer. 

Beat Zoderer wurde 1955 in Zürich geboren. Er lebt und arbeitet in Wettingen, Schweiz und in Genua, Italien. Zoderer absolvierte eine Lehre als Hochbauzeichner und arbeitete in Architekturbüros von 1971-78. Seit 1979 arbeitet er als selbständiger Künstler. Zwei Studio-Stipendien der Stadt Zürich für Genua 1986 und New York im Jahr 1988 folgten auf Stipendien der Stadt Zürich. 1995 erhielt er den Manor Art Prize und 1998 eine Auszeichnung der Max Bill/Georges Vantongerloo Foundation, Zumikon. Von der Landis & Gyr Stiftung wurde er für 2022 mit einem Atelierstipendium in London ausgezeichnet.

Date 
2019
Work location 
Grienbachstrasse 11/Industriestrasse
Parkplatznummer 58-60
6300 Zug
Svizzera

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