Klein, Ifert, Zamecznik

Wojciech Zamecznik · O. T, 1956, Lichtmalerei, Silbergelatine-Abzug, CCP, MNAM-CCI

Wojciech Zamecznik · O. T, 1956, Lichtmalerei, Silbergelatine-Abzug, CCP, MNAM-CCI

Hinweis

Klein, Ifert, Zamecznik

Zürich — Der Zweite Weltkrieg ist vorbei: Die Städte wachsen, die Wirtschaft boomt, die Leuchtreklamen blinken. Entsprechend musste eine gestalterische Form her, die den neuen Zeitgeist transportieren konnte. Die Fotografie galt als ideales Medium dafür: Sie wurde mit grafischen und typografischen Elementen kom­biniert oder mittels Fotomontage verändert. Dabei wurde die Kamera zunehmend als Instrument begriffen, der Fotograf als Ingenieur. Dem Bild sollte eine Dynamik innewohnen, stellvertretend für den Wandel der Zeit. Dieser Überlegung widmeten sich Gérard Ifert (*1929, Basel) und Wojciech Zamecznik (*1923, Warschau). Sie fotografierten Lichtquellen in Bewegung, wie etwa ein beleuchtetes Karussell oder ein Feuerwerk, und versuchten, durch Unschärfen oder Verzerrungen, Bewegung ins Bild zu bringen. Licht war ihr Gestaltungsmittel. «Imagine molding and shaping light as a sculptor does clay!», schrieb der ungarische Künstler György Kepes 1942 in der Zeitschrift ‹Popular Photography›. So kam auch das Fotogramm vermehrt zum Einsatz, u. a. bei William Klein (*1928, New York). Dabei wird keine Kamera verwendet, sondern das Fotopapier direkt belichtet. Die ersten Fotogramme entstanden bereits in den Zwanzigerjahren am Bauhaus unter László Moholy-Nagy, der sich in den Nachkriegsjahren mit der Rolle der Fotografie auseinandersetzte.

Until 
09.02.2020

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