Konrad Klapheck

Konrad Klapheck, Der Dogmatiker, 2016, Öl auf Leinwand, 97 x 145 cm © ProLitteris, Galerie Lelong, Paris

Konrad Klapheck, Der Dogmatiker, 2016, Öl auf Leinwand, 97 x 145 cm © ProLitteris, Galerie Lelong, Paris

Konrad Klapheck · Die Fragen der Sphinx, 1984, Öl auf Leinwand, 121 x 114 cm © ProLitteris, Musée de Grenoble

Konrad Klapheck · Die Fragen der Sphinx, 1984, Öl auf Leinwand, 121 x 114 cm © ProLitteris, Musée de Grenoble

Hinweis

Konrad Klapheck

La Chaux-de-Fonds — Der Titel der Ausstellung, ‹Venus ex Machina›, ist perfekt gewählt: Knapp benennt der vom Musée des Beaux-Arts über der Werkschau des Düsseldorfer Malers Konrad Klapheck (*1935) gezündete Funke die zentralen Inhalte Eros, Technik und Bühnengeschehen. Subtil umreisst er auch die etwas kühle Machart der Exponate und die Werkchronologie, die rückwärts angegangen wird. Eine Retrospektive ist es nicht; dafür fehlt etwa eine Auswahl der gezeichneten Künstler- und Galeristenporträts. Und auch die im Stil von Picabia oder Man Ray über die Sprache zu menschlichen Akteuren erklärten Maschinen und Apparate, für die Klapheck seit 1955 bekannt ist, sind nicht mit all ihren Unterkategorien präsent. Dennoch ist namentlich der Schluss der Ausstellung im kargen UG, das mit der sachlichen Optik dieser Werke perfekt korrespondiert, repräsentativ bespielt. Näh- und Schreibmaschinen als Statthalter weiblicher respektive männlicher Figuren stehen hier entsprechend ihrer Bedeutung im Gesamtwerk im Fokus, oftmals autobiografisch konnotiert. Beigesellt sind ihnen beispielsweise konstruktive Details einer Fahrradklingel, eines Objekts, das die Synästhesie von Visuellem, Taktilem und Auditivem bei Klapheck früh schon einbringt. Weiter finden sich Dinge wie Duschköpfe, Schnürstiefel und Schuhspanner, die den Körper – mal prothesenhaft, mal latent erotisch – ganz direkt adressieren. Hier erfüllt sich in jagendem Assoziieren, was von Beginn weg durchklingt. Sprich, dass die Ausstellung, ja im Grunde das gesamte, im zeitlichen Vakuum von Magischem Realismus, Surrealismus, Pop Art und Hyperrealismus angesiedelte Œuvre des Künstlers der Psychologie des Begehrens gilt: als zwiespältiges Streben nach Kontrolle wie beim Auftaktbild einer Schreibmaschine des Typs Ideal, als ungezügelte Neugier eines Musikers auf die im Saal versammelte Menge, als Schaulust des Jazzfans Klapheck, der seine Diven in Roben so dünn wie Négligés hüllt, und schliesslich ganz unverblümt als sexueller Akt, der uns selbst in die Voyeurrolle zwingt. ­Tabulos verwehrt sich Klapheck jeder Altersprüderie und legt Erinnerungen, Fantasien oder auch Klischees des Aktzeichnens frei. Die noch sprödere Malweise dieser expliziten Werke nimmt man gern als Vorwand, um das Denken in unverfänglichere Bahnen zu lenken. Etwa indem man das ganze Personarium libertärer Vorläufer, seelentauchender Überväter und selbsterklärter Bad Painters aufzurufen beginnt. 

Until 
02.02.2020
Exhibitions/Newsticker Dataordinamento crescente Tipo Località Paese
KONRAD KLAPHECK. VENUS EX MACHINA da 27.10.2019 a 02.02.2020 Ausstellung La Chaux-de-Fonds
Schweiz
CH
Artisti
Konrad Klapheck
Author(s)
Astrid Näff

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