Philipp von Matt

Philipp von Matt · Ausstellungsansicht Winkelriedhaus, 2020. Foto: Christian Hartmann

Philipp von Matt · Ausstellungsansicht Winkelriedhaus, 2020. Foto: Christian Hartmann

Philipp von Matt · Ausstellungsansicht Winkelriedhaus, 2020. Foto: Christian Hartmann

Philipp von Matt · Ausstellungsansicht Winkelriedhaus, 2020. Foto: Christian Hartmann

Hinweis

Philipp von Matt

Stans — Der Architekt Philipp von Matt (*1968) ist Stanser. Nach einer Berufslehre arbeitet er in Büros der Innerschweizer Architekten Markus Boyer, Walter Rüssli und Werner Hunziker, später bei Jean Nouvel in Paris. Zu Beginn seiner Tätigkeit setzte er sich mit verschiedenen Projekten in seiner Heimat auseinander. Zu Beginn der Neunzigerjahre übersiedelte er nach Berlin, wo er, nach Mitarbeit am Grossprojekt Renzo Pianos am Potsdamer Platz und anderen Projekten, ein eigenes Büro eröffnete. Seit 2017 ist er Mitglied des Bundes Deutscher Architekten.
Im Nidwaldner Museum gibt eine Ausstellung einen guten Einblick in von Matts Arbeit. Videoprojektionen stellen dieses Schaffen in seiner ganzen Breite vor. Schwergewichtig widmet sich die Schau aber dem Berliner Haus, das der Architekt für seine Partnerin, die Künstlerin Leiko Ikemura, und für sich selbst errichtet hat. Die verschiedenen Modelle des in eine Zeile typischer Berliner Wohnbauten aus der Zeit nach 1900 eingefügten fünfgeschossigen Hauses geben Einblick in das Reifen eines architektonischen Prozesses, der in ständiger sinnlicher Auseinandersetzung mit den Fragen des Innen­raums und seines Charakters voranschreitet. Wichtig ist für von Matt der Begriff des Gewöhnlichen und damit auch der Bescheidenheit: Mit diesem und anderen Künstlerhäusern will er nicht ein weithin sichtbares Zeichen setzen, sondern der kreativen Arbeit Raum geben. «Gewöhnlich» bedeutet nicht «austauchbar», denn die Fassade des eigenen Hauses meldet sich mit ihrer asymmetrischen Gestaltung in der anonym wirkenden Flucht der Häuserzeile zurückhaltend, aber doch selbstbewusst zu Wort. Im Innern herrscht Präzision in Raumorganisation, Proportionen, Materialeinsatz und Lichtführung. Philipp von Matt beschäftigt sich generell intensiv mit Wechselbeziehungen zwischen Architektur als Raumkunst und bildender Kunst – etwa wenn er die Galerie Isabella Czarnowska in Berlin so gestaltet, dass man die Architektur kaum wahrnimmt, dass sie aber umso mehr der Präsentation von Kunst einen adäquaten Rahmen bietet. Ebenso widmet sich Philipp von Matt regelmässig der räumlichen Inszenierung der Malereien und Skulpturen Leiko Ikemuras.
Das Nidwaldner Museum zeigt hin und wieder Ausstellungen über regionale Architektur der Gegenwart mit dem Ziel, eine öffentliche Auseinandersetzung mit baukulturellen Fragen in Gang zu setzen. Der Kurator der Ausstellung Gerold Kunz ist selber Architekt und zugleich im Teilpensum Nidwaldner Denkmalpfleger.

Until 
07.02.2021

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