Shared Spaces in Change

Hotel Regina · brunnen gehn, 2021, Still (Ausschnitt) aus Videoinstallation

Hotel Regina · brunnen gehn, 2021, Still (Ausschnitt) aus Videoinstallation

Hinweis

Shared Spaces in Change

Bern — «Dear Bern», mit diesen Worten beginnt der Brief, der in knalligen Neonfarben die Fassade des Kornhauses beleuchtet. Das in allen Disziplinen grenzensprengende Zürcher Künstlerduo Veli & Amos lädt damit die Bernerinnen und Berner, sowie alle anderen, die über die Pflastersteine vor dem Kornhaus schlendern, dazu ein, sich zum Thema Öffentlichkeit Gedanken zu machen.
Die Installation ‹Dear Bern …› ist Teil der Ausstellung ‹Shared Spaces in Change›, die aktuell im Kornhausforum zu sehen ist. 34 weitere Positionen wurden aus den über 200 Einsendungen des Open Call ausgewählt. Sie alle beleuchten die Tatsache, dass sich das Zusammenleben im öffentlichen Raum kontinuierlich verändert und dass die Coronapandemie diesen Wandel gerade noch zusätzlich in Schwung gebracht hat.
Bereits vor der Pandemie hat die Künstlergruppe Hotel Regina in Basel die städtischen Brunnen aufgewärmt, sodass Baslerinnen und Basler darin ein gemütliches Bad nehmen konnten. Mittels einer Installation wird dieses Projekt nun in der grossen Halle des Forums gezeigt. Auch das während Corona entstandene Projekt von Mona Neubauer und Alex Bradley des Zürcher Künstlerkollektivs Hyphen wird hier vorgestellt. Sie haben winzige Tischchen an Strassenlaternen montiert, an denen sich Menschen trotz geschlossener Restaurants im öffentlichen Raum treffen konnten. Auch zur Situation nach der Pandemie wurde bereits kreativ gearbeitet. Benedikt Loderer und Ueli Marbach zeigen in ihrer Videoinstallation ‹Sinkflug – oder die Schweiz wird immer ärmer› inszenierte Gespräche zwischen Menschen aus dem nach der Pandemie verarmten Mittelstand, die im Jahr 2035 auf die Coronapandemie zurückblicken.
Die erste Ausstellung des neuen Leiters des Kornhausforums Nicolas Kerksieck ist unglaublich vielfältig. Neben den Hauptdisziplinen des Hauses, Design, Architektur und Fotografie, beinhaltet die Schau auch Audio, Video- und Kunstinstallationen. Das Ziel des Kurators, das Thema anstelle der Disziplinen ins Zentrum zu rücken, ist dabei klar gelungen. Seit Eröffnung der Ausstellung tragen elf der ausgewählten Positionen im öffentlichen Stadtraum Bern zur Sichtbarkeit des Themas bei. Regelmässig finden auch Performances und Talks statt. Diese externen Aktionsräume wurden als Kooperation von Rachel Mader und Stanislas Zimmermann (Mitglieder der städtischen Kommission Kunst im öffentlichen Raum), und Lâra Wiederkehr (Architekturforum) mit dem Kornhausforum Bern kuratiert.
Eine besondere Institution wird für die letzten Wochen der Ausstellung zum Forum geholt. Das mobile Gemeinschaftszentrum Medina ist ein Begegnungsort für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Pit Ackermann, Livio Martina und Laura Erismann bringen diese Menschen mit ihrem Projekt ‹Exchanging spaces› mitten in die Innenstadt und stellen die Frage: «Wem gehören die öffentlichen Räume?» Der Container wird für zehn Tage direkt vors Kornhaus gebracht, wo er bis zum Ende der Ausstellung stehen bleibt. Während der gesamten Laufzeit ist die Ausstellung gratis zugänglich. 

Nina Gehrig (Schreiben über Kunst, MA Kulturpublizistik ZHdK)

Until 
30.01.2022
Exhibitions/Newsticker Data Tipo Località Paese
Shared Spaces in Change da 19.11.2021 a 30.01.2022 Ausstellung Bern
Schweiz
CH
Author(s)
Nina Gehrig
Artisti
Hotel Regina

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