Patrick Redl Wehrli

Patrick Redl Wehrli · Melody, 2017, Schütze-Areal, Tramhaltestelle Escher-Wyss-Platz

Patrick Redl Wehrli · Melody, 2017, Schütze-Areal, Tramhaltestelle Escher-Wyss-Platz

Hinweis

Patrick Redl Wehrli

Zürich — Die Stadt mag am Kreuzplatz ihr Himmelhaus mit dem Regenbogen verloren haben, sie gewann dafür beim Schütze-Areal eine Kapitänin. Aufrecht steht die mutige junge Dame mit dem Feldstecher in der Hand im Bug ihres ‹Melody› getauften Papierschiffchens, dem eine Flaschenpost vorausschwimmt. Weit leuchtet ihr gelber Ostfriesennerz ins graue Zürich hinaus, fest stehen ihre Beine in geblümten Gummistiefeln auf Deck. Auf dem Rumpf sind zwei lateinische Sprüche notiert: qui audet vincit (wer wagt, gewinnt) und qui tacet consentire videtur (wer schweigt, von dem wird Zustimmung angenommen). Einige eingearbeitete Tags und Zeichnungen verblassen bereits; der Schriftzug «Lord» kam später von dritter Seite hinzu. Das markante Mural an der Limmat­strasse 291 beim Schütze-Areal ist 24 m hoch und 12 m breit. Entstanden ist es nach einem Entwurf von Patrick Redl Wehrli (*1969, Zürich), der sein Werk mit Hilfe zweier Kollegen im September 2017 erschuf. Die Fahrt hat eine Mission: Von oben nach unten gelesen ergeben die nautisch korrekten Flaggen am Tau das Wort «Peace». Wer genau hinschaut, findet auf der Jackentasche vier weitere Buchstaben – sie bilden den Künstlernamen. Diese Signalflaggen sind ausschliesslich in den Farben Blau, Gelb, Weiss, Schwarz und Rot gehalten, die in der Schifffahrt zur optischen Kommunikation eingesetzt werden.

↗ streetartnews.net (suche: Redl)

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